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Psychische Gesundheit von Geflüchteten

Studierende erstellen eine Bedarfsanalyse

Die Heimat verlassen zu müssen um das eigene Leben zu schützen ist für die menschliche Psyche eine große Belastung. Zu erkennen, welche Schwierigkeiten sich im Zusammenleben zwischen Flüchtlingen und den Menschen vor Ort daraus ergeben können, ein wesentlicher Faktor erfolgreicher Integration.

In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Enzkreis/Pforzheim führten die angehenden Wirtschaftsingenieure Sobiah Abdullah, Mehmet Alakus und Diana Yaqubi von der Hochschule Pforzheim unter der Leitung von Professor Dr. Ludwig Martin Befragungen unter Geflüchteten durch, die in der Region Schutz gefunden haben. Die Studierenden waren für dieses Thema aufgrund ihrer persönlichen Lebensgeschichte besonders sensibilisiert, konnten auf einen persönlichen kulturellen Erfahrungsschatz zurückgreifen: Sie haben alle selbst einen Migrationshintergrund und sind mehrsprachig aufgewachsen. Ziel ihrer Befragung war eine systematische Datenerhebung zur Erfassung von Handlungsfeldern in Bezug auf die psychische Gesundheit von Flüchtlingen. Die Befragung war als interdisziplinäres Projekt in ihrem Studium verankert und wurde in Zusammenarbeit mit Dr. Janine Benson-Martin durgeführt, die für das Gesundheitsamt Pforzheim/Enzkreis und an der Universität Heidelberg tätig ist.

Professor Dr. Ludwig Martin, Jane Cherunya, Mitarbeiterin im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen und  Dr. Janine Benson-Martin stellten die Ergebnisse der Studierenden nun beim 8. Internationalen Symposium zum Thema Global Mental Health an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) vor. Präsentiert wurde das methodische Vorgehen der Bedarfsanalyse, das auch die besonderen Rahmenbedingungen der Erhebung berücksichtigen musste. Bei Bedarfsanalysen für den Aufbau einer psychischen Gesundheitsvorsorge gibt es oft wenig konkrete Anhaltspunkte. Anknüpfungsmöglichkeiten zu finden und methodisch sauber zu bündeln war eine der Kernaufgaben des Teams. In diesem Fall waren auch Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede unter den Flüchtlingen sowie die Befragungssituation in Massenunterkünften eine Herausforderung. Die Studierenden wurden zuvor im Umgang mit Befragungen, Probanden und auch möglichen kritischen Situationen geschult.

Aus den Erfahrungen während der Befragungen, der kritischen Reflexion der erhobenen Daten sowie der Dokumentation der Analyse lassen sich einige Punkte für zukünftige Bedarfsanalysen in diesem Bereich ableiten. Das Thema der Durchführung einer strukturierten Bedarfsanalyse unter Flüchtlingen in Deutschland fand großen Anklang und regte zu zahlreichen Diskussionen unter dem anwesenden Fachpublikum an.

Das 8. Internationale Symposium zum Thema Global Mental Health richtete sich an Fachleute aus dem Gesundheitssektor, sowie Vertreter aus Forschung und Wissenschaft. Der Kreis der Vortragenden umfasse Gesundheitsökonomen, Vertreter von Entwicklungshilfeorganisationen, sowie Delegierte aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Vorträge variierten von Berichten zum Aufbau von Gesundheitsversorgungssystemen in Flüchtlingslagern in Äthiopien bis zu Kriseninterventionen am Beispiel von Erdbebenopfern in Nepal.

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