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USE-PSS: Produkt-Service-Systeme für den Mittelstand

Die Rolle produzierender Unternehmen wandelt sich grundlegend: Während der Fokus bisher in erster Linie auf der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb qualitativ hochwertiger Sachprodukte lag, erwarten die Kunden zukünftig komplette Problemlösungen. Für die Bereitstellung einer solchen Komplettlösung eignen sich Produkt-Service-Systeme (PSS). Sie bestehen aus einer traditionellen Produktkomponente, die im Laufe des Produktlebenszyklus durch Dienstleistungen ergänzt wird. Beide verschmelzen im Idealfall zu einer innovativen Gesamtlösung.

 

Das Forschungsprojekt Use-PSS (Usability betrieblicher Produkt-Service-Systeme im Mittelstand) entwickelt und erprobt vor diesem Hintergrund anhand realer Anwendungsfälle neuartige Geschäftsmodelle, die speziell auf kleine und mittelständische Unternehmen zugeschnitten sind. 

Ein Unternehmen, das beispielsweise auf den Verkauf von Maschinen spezialisiert war braucht heute, um wettbewerbsfähig zu bleiben, zusätzliche Angebote für seine Kunden und damit ein neues Geschäftsmodell. Es könnte zum Beispiel zusätzlich zum Verkauf der Maschine auch eine Vermietungsoption oder eine Abrechnungsmodalität in Form einer Bezahlung pro genutzter Maschinenstunde anbieten. Ergänzt werden könnte dieses Angebot durch weitere Dienstleistungen, wie Schulungen, Wartung und Prozessoptimierung vor Ort. Die Maschine könnte auch im Rahmen eines Rundum-Service-Vertrages zur Verfügung gestellt werden und eine Bezahlung pro produziertem Teil vorsehen. Bei einer solchen Gesamtlösung werden für den Kunden alle vom Produktlebenszyklus abhängigen Verantwortlichkeiten von der Anschaffung über den Betrieb bis hin zur Entsorgung der Maschine vom Anbieter übernommen. Ein derart umfassendes Geschäftsmodell ist ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern, erhöht die Kundenbindung und bietet Potenzial für eine Umsatzsteigerung. Gleichzeitig wird auch der Nutzen für den Kunden erhöht. Die Anwendung von individuell abgestimmten Produkt-Service-Systemen versetzt kleine und mittelständische Unternehmen im produzierenden Gewerbe in die Lage, die Abwanderung von Wertschöpfung an den Dienstleistungssektor zu reduzieren und sich im globalen Wettbewerb zu behaupten. 

„In der total vernetzten Welt ist es unser Ziel, Unternehmen bei der Transformation vom Produktanbieter zum Lösungsanbieter mit einer Reihe pragmatischer Methoden zu unterstützen. Wir entwickeln von der Strategie über digitale Konzepte und Geschäftsmodelle bis hin zu einer benutzerfreundlichen Anwendung Komplettlösungen, um auf diese Weise den weltweiten Spitzenplatz des deutschen Mittelstandes nachhaltig zu sichern“, fasst Professor Dr. Bernhard Kölmel, der im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Pforzheim lehrt und forscht, das Projekt Use-PSS zusammen. Organisatorisch eingebettet in das Forschungsinstitut „Smart Systems und Services (IOS³)“ bildet er gemeinsam mit Professorin Dr. Rebecca Bulander und den wissenschaftlichen Mitarbeitern Johanna Schoblik (M.Sc.) und Alexander Richter (M.Sc.) das Projekt-Team der Hochschule Pforzheim. Als Partner im Zusammenschluss mit bwcon, dem Steinbeis Innovationszentrum „2 Digital Business“ sowie drei mittelständischen Unternehmen aus Baden-Württemberg ist das Projekt Use-PSS Teil der Förderinitiative „Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand“. Im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – Strategien zur digitalen Transformation der Unternehmensprozesse“ wird es im ersten Schritt mit einer Laufzeit von drei Jahren bis 2018 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Geplant ist es, die Forschungsergebnisse in der Gründung eines Use-PSS-Kompetenzzentrums münden zu lassen. Als Netzwerkplattform soll es kleine und mittelständische Unternehmen zukünftig bei der Ideenfindung und Umsetzung von Produkt-Service-Systemen anleiten und unterstützen.

 

 

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