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Bürgerworkshops in Büchenbronn: Mobilitätsangebote im Nahverkehr

Pilotprojekt: Auftaktveranstaltung am 15. April 2019 mit Professor Henning Hinderer 


Per Smartphone-App ein Busshuttle buchen, Fahrgäste mit ähnlichen Routen automatisch zu Fahrgemeinschaften bündeln und gemeinsam befördern, vielleicht sogar in autonomen Elektrobussen ohne Fahrer? Zukunftsvisionen wie diese sollen Wirklichkeit werden. Besonders gefragt sind neue Konzepte der Mobilität in städtischen Randbezirken oder im ländlichen Raum, wo bspw. eine älter werdende Bevölkerung sich mit dem Verlust der Vorort-Versorgung und mangelhafter Anbindung an größere Städte mit der notwendigen Infrastruktur konfrontiert sieht. Am Beispiel des Pforzheimer Ortsteils Büchenbronn starten die Hochschule Pforzheim und die Stadt Pforzheim – Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) derzeit ein Pilotprojekt, das digitale Mobilitätsangebote im Nahverkehr etablieren soll. Weitere Projektpartner sind die Regionalbusverkehr Südwest GmbH – DB Regio Bus BW, die bwcon GmbH sowie die Sparkasse Pforzheim Calw. Das gemeinsame Ziel: Die Ausarbeitung eines Mobilitätskonzepts bis Oktober 2019. Im Rahmen von insgesamt drei öffentlichen Workshops werden auch die Büchenbronner Bürger in die Konzeptarbeit integriert. Die erste Veranstaltung, unter Federführung von Prof. Dr.-Ing. Henning Hinderer, Mobilitätsexperte an der Pforzheimer Fakultät für Technik, fand am Montag, 15. April 2019, in der Büchenbronner Bergdorfhalle statt.

„Wir suchen den intensiven Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern aus Büchenbronn”, so Henning Hinderer, der, unterstützt von Mitarbeitern der Hochschule Pforzheim, nicht nur den Auftaktworkshop leitete, sondern auch eine Vorstudie durchführte, die die Basis der nun folgenden Konzeptarbeit bildet: 178 Büchenbronner Bürgerinnen und Bürger beantworteten 18 Fragen über Bedarf und Zukunft der Mobilität. „Unter anderem wurde hier die Akzeptanz für personalisierte Verkehrsangebote wie z. B. autonom fahrende Kleinbusse erörtert”, so der Pforzheimer Professor.

Im Fokus des ersten Bürgerworkshops am 15. April 2019 standen die Grundsatzanforderungen an Mobilität, die Mobilität auf Abruf / On-Demand-Mobilität, das Nachbarschafts-/Mitfahrmodell, das Autonome Fahren als zukünftige Chance für Büchenbronn sowie die Erreichbarkeit von Dienstleistungen vor Ort. Die aufgearbeiteten Ideen der ersten Veranstaltung werden im Rahmen des zweiten Workshops am 3. Juni 2019 präsentiert. Beim dritten und letzten Workshop am 3. September 2019 erfolgt schließlich die Vorstellung des Umsetzungs-, Geschäfts- und Finanzierungskonzepts.

Die Konzeption, so Mobilitätsexperte Hinderer, erfolge unter Berücksichtigung verschiedener Zeithorizonte: „Wir suchen zunächst nach kurzfristigen, sofort umsetzbaren Verbesserungen für den Ortsteil. Wir setzen uns aber auch mittelfristige Ziele, die innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre realistisch umsetzbar und nutzenstiftend für die Bevölkerung sind. Und wir analysieren zu guter Letzt, welche technologischen Entwicklungen die Mobilität im ländlichen Raum langfristig nachhaltig verändern werden.”

Das Projekt mit einer Laufzeit von zehn Monaten startete im Juli 2018 und wird im Rahmen der Ausschreibung des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration „Gemeinden, Städte und Landkreise 4.0 – Future Communitites 2018” mit 20.000 Euro gefördert.