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Engineering PF - WIR ENTWICKELN PERSÖNLICHKEITEN

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Flying WIngs 2017. Budapest!

Die Studierenden des Master-Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen Business Administration and Engineering (ab dem Wintersemester Engineering and Management) verbingen mit Professor Harald Schnell die Exkursionswoche in Budapest. Praxisbezug auch außerhalb des Vorlesungssaals gibt es bei unterschiedlichen Firmenbesuchen vor Ort. Die deutsch-ungarische Industrie- und Handelskammer, Mercedes-Benz, Siemens, Evopro, Festo, Sightseeing und Kulturprogramm in Budapest - eine vielfältige Reise, die in Erinnerung bleiben wird.  

Mit dem Modulo durch Budapest!

Professor Harald Schnell berichtet über die Exkursion mit den Studierenden des Master-Studiengangs Business Administration and Engineering nach Budapest. 

 

„Ungarn ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands!“, so die Aussage von Gabriel Brennauer, dem Geschäftsführer der deutsch-ungarischen Industrie- und Handelskammer. Er hatte Studierende des Masterstudiengangs Business Administration and Engineering eingeladen, um mit ihnen die Erfahrungen von deutschen Unternehmen im osteuropäischen Raum zu diskutieren. Tatsächlich sind viele bedeutende deutsche Unternehmen dort mit großen Produktionsstätten vertreten. Einige davon wurden von den MBAE-Studierenden im Rahmen dieser Exkursion besucht: Siemens, Festo und Evopro in Budapest sowie Mercedes-Benz, dessen ungarisches Werk etwa 1 Stunde südlich der Hauptstadt liegt.

Erst 2012 wurde dieses Werk von Mercedes-Benz in Kecskemét in Betrieb genommen. Vor allem die gute Infrastruktur sowie die hervorragende Anbindung über die nahe gelegene Autobahn gaben den Ausschlag für diesen Standort. Zudem gilt Ungarn mit ca. 9 EUR/Stunde (ggü. 35 EUR/Stunde in Deutschland) noch zu den Niedriglohn-Standorten und bietet für Unternehmen entsprechend Kostenvorteile – zumindest, wenn die Produktion einen geringen Automatisierungsgrad aufweist. Für die hochautomatisierte Fertigung von Mercedes-Benz trifft dies zwar weniger zu, dennoch erscheint Ungarn nach wie vor sehr attraktiv.

Eine weitere Station der Exkursion war Siemens/Ungarn, die in Budapest Flügelräder aus Stahl für Dampf- und Gas-Turbinen bauen. Die sehr geruchs- und lärmintensive Stahlbearbeitung (Schneiden, Schweißen) vermittelt im Vergleich zu der strikt abgetakten Fertigung bei Mercedes-Benz einen ganz anderen Eindruck, was Arbeit sein kann. Intensive manuelle, körperbetonte Tätigkeiten sind hier angesiedelt.

Wesentlich ruhiger, aber nicht weniger dynamisch geht es dafür bei der ungarischen Firma Evopro zu, deren Kernkompetenz vor allem in der Programmierung von Steuerungssoftware für Transportsysteme (wie z. B. Koffertransport in Flughäfen) oder für die Automatisierungstechnik in der Produktion liegt. Ein innovatives Geschäftsfeld erscheint Evopro das Thema „Energietechnik“, weshalb das Unternehmen Softwarelösungen für das Management komplexer Batteriesysteme entwickelt. Um dieses neue Produkt besser verkaufen zu können, hat Evopro einen eigenen Verkehrsbus für ca. 20 – 30 Personen entwickelt. Dieser wird aus Gründen der Gewichtsersparnis aus Fieberglas in Handarbeit und in Modulen gefertigt. Diese Module können dann je nach gewünschter Fahrzeug-Größe  zusammengeklebt werden. Das Fahrzeug ist mit einem elektrischen Siemens-Motor, ca. 150 Autobatterien und der Software für das Batterie-Management ausgestattet. Ca. 20 Fahrzeuge sind derzeit in Budapest im Einsatz und werden als umweltfreundliches Transportmittel eingesetzt. Zur Freude aller Exkursions-Teilnehmer durfte jeder einmal diesen Bus, der den Namen „Modulo“ trägt, auf dem Betriebsgelände Probe fahren.

Die Firma Festo beschäftigt ca. 800 Mitarbeiter in Budapest und fertigt dort im 3-Schichtbetrieb Komponenten für Automatisierungssysteme jeglicher Art. Hierzu wird eine Vielzahl von Bauteilen zu Komponenten überwiegend in Handarbeit zusammengesteckt, geklebt und verschraubt und dann nach Deutschland zur Weiterverarbeitung oder für den Verkauf transportiert. Beeindruckend hier die konsequente Umsetzung der Prinzipien von „Lean Management“ und insbesondere „Total Quality Management“.

Die Auswahl der in Ungarn besuchten Unternehmen hat die Studierenden überzeugt: abwechslungsreiche Produkte, sehr unterschiedliche Fertigungsprozesse, mit unterschiedlicher Fertigungstiefe, unterschiedlichem Innovationsgrad und einem meist geringen Automatisierungsgrad – sieht man von Mercedes-Benz einmal ab. Deutlich wurde auch, dass Ungarn für viele Unternehmen ein sehr attraktiver Standort ist: eine Körperschaftssteuersatz von nur 9 %, staatliche Subventionen sowie eine gute Verkehrsanbindung sprechen insbesondere für den Großraum Budapest. Denn weitere Firmen haben angekündigt, einen Standort in Ungarn zu eröffnen.

Neben diesen ökonomischen Aspekten ist Budapest auch eine wunderschöne Stadt mit imposanten Prachtbauten, vielen gemütlichen Restaurants und Kneipen, Kultur und interessanten Menschen.

All dies zeigt, dass die Eindrücke einer solchen Reise durchaus vielfältig sein können, in jedem Fall aber sind sie überaus interessant und lehrreich. Diese Erfahrungen Studierenden zu ermöglichen ist letztlich auch die Intention einer Exkursionsreise. Für die Reise der MBAE-Studierenden im Mai 2017 nach Budapest trifft dies uneingeschränkt.