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Technisch und kreativ - kein Widerspruch!

Studiengangleiter Wirtschaftsingenieurwesen/ Innovation und Design

Henning Hinderer, Professor für Business Administration and Technical Sales an der Pforzheimer Fakultät für Technik, leitet den neuen Bachelor-Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen / Innovation und Design“, der zum Wintersemester 2020/21 erstmals angeboten wird.


Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen / Innovation und Design geht zum Wintersemester 2020/21 an den Start
Ein Interview mit Prof. Dr.-Ing. Henning Hinderer von Ulrike Mosbach

 

Im Herbst wird ein neues Studienprogramm an der Fakultät für Technik aufgelegt: Der Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen / Innovation und Design (B. Sc.). Was ist die Idee dahinter?
Wir bieten bisher mit dem Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen und dem Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen / International Management zwei etablierte Studiengänge an. Unser neues Programm soll den Bedarf nach individuellerer Profilbildung noch genauer decken. Das ist übrigens ein Wunsch, der immer wieder von Studierenden geäußert wurde.


Warum fiel die Wahl gerade auf die Vertiefung „Innovation und Design“?
Die Unternehmenswelt steht aktuell vor großen Herausforderungen, was noch verstärkt wird durch die weltweite Krise, die durch die Ausbreitung des Coronavirus ausgelöst wurde. Unternehmen, die langfristig am Markt erfolgreich sein wollen, müssen gefragte Produkte und Geschäftsmodelle mit neuen Ideen entwickeln und gestalten. Wie sollten Unternehmen agieren, um einen Wettbewerbsvorteil zu haben? Die passenden Schlagworte sind: schnell, flexibel, innovativ, kreativ. Wir wollen unsere Absolventinnen und Absolventen des WI / ID – so kürzen wir den neuen Studiengang ab – darauf vorbereiten, hier mit anzupacken.


Und was ist das Rezept für das neue Programm?
Ganz wichtig ist: Was draufsteht, ist auch drin! Nämlich zuallererst ein solides Studium des Wirtschaftsingenieurwesens – unsere Studierenden werden das grundlegende Wissen eines Wirtschaftsingenieurs bzw. einer -ingenieurin erlangen wie schon in den beiden bestehenden Programmen. Darüber hinaus bieten wir den Studierenden besondere Vertiefungsfächer an, beispielsweise „Produkt- und Service-Innovation“ oder „Innovation und Design Management“. So geben wir unseren Absolventinnen und Absolventen das nötige Rüstzeug mit, um ganz vorne dabei zu sein, wenn es darum geht, technologischen Wandel mit den passenden Methoden mitzugestalten.


Technik und Design – wie geht das zusammen?
An dieser Stelle ist es wichtig, den Designbegriff, wie wir ihn verstehen, zu präzisieren. Design meint hier nicht die rein formale, äußere Gestaltung von Produkten. Wir wollen einen sehr weit gefassten Design-Begriff für unser neues Bachelor-Programm nutzen. Unsere Absolventinnen und Absolventen sollen zwar durchaus ein Verständnis dafür haben, dass gutes Produkt-Design einen wertvollen Beitrag zum Erfolg liefern kann. Es geht aber insbesondere auch um das Design (oder Re-Design) von Prozessen oder Geschäftsmodellen. Wer hier fit ist und sich dazu technische und wirtschaftliche Skills des Wirtschaftsingenieurwesens erarbeitet, kann später vielfältige Schnittstellenaufgaben übernehmen.


Was ist im Hinblick auf die Internationalisierung geplant?
Unsere Studierenden werden einen großen Teil ihrer Fächer in englischer Sprache belegen. Wer will, kann sogar mehr als die Hälfte der Credits auf Englisch erbringen. Außerdem werden wir konsequent dazu ermutigen, ein Auslandssemester an einer unserer Partnerhochschulen in der ganzen Welt ins Studium zu integrieren. Und auch ein Double Degree ist möglich. Internationales Arbeiten ist heute gang und gäbe; wir wollen unseren Absolventinnen und Absolventen alles Nötige dazu mit auf den Weg geben.


Wird es besondere Lehrformate geben?
Die Hochschule Pforzheim hat mit ihren drei Fakultäten „Wirtschaft und Recht“, „Technik“ und „Gestaltung“ eine breite Expertise zu bieten. Was läge da näher, als sie für unseren WI / ID zu nutzen? Traditionell lehren ja schon lange Professorinnen und Professoren aus dem technischen und wirtschaftlichen Fächerbereich in den Wirtschaftsingenieurs-Programmen. In unseren neuen Bachelor-Studiengang werden wir nun auch Kolleginnen und Kollegen der Gestaltung einbinden. Darüber hinaus haben wir uns Formate überlegt, in denen Studierende aller drei Fakultäten Aufgaben zusammen lösen werden. Interdisziplinäres Arbeiten in Projekten soll also durch eigenes Erleben geübt werden. Wer das kann, wird sich später im Beruf leichter tun.


Fällt Ihnen ein Motto ein, unter das Sie den Bachelor WI / ID stellen würden?
Als Motto passt für mich „einfach mal machen!“ ganz gut. Wir wollen unsere Absolventinnen und Absolventen befähigen, eigene Ideen zu kreieren, sie zu bewerten und die Vermarktungschance auszuloten, genauso, wie die Ideen in zumindest prototypische Lösungen umzusetzen. Wer über diese Kompetenzen verfügt, dürfte in der Wirtschaft als Mitarbeiter höchst willkommen sein. Und als Vision: Hier im Ländle sind flächendeckend „Hidden Champions“ vertreten; Vielleicht gründet die eine oder der andere mit einer zündenden Geschäftsidee ein eigenes Unternehmen? Das wäre doch toll!

Wirtschaftsingenieurwesen / Innovation und Design„Wirtschaftsingenieurwesen / Innovation und Design“ neu an der Fakultät für Technik: Im kommenden Wintersemester 2020/21 geht der Bachelor-Studiengang, der angehende Ingenieure auch fit für Designfragen macht, mit 35 Erstsemestern an den Start.