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Industrie trifft Hochschule: Digitale Transformation

Chancen der digitalen Transformation im Unternehmen nutzen

Mehr Innovation, mehr Dialog – unter diesem Motto steht das von der Hochschule Pforzheim und der Clusterinitiative „Hochform“ des Wirtschafts- und Stadtmarketings Pforzheim regelmäßig veranstaltete Format „Industrie trifft Hochschule“. Es soll den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis im Wirtschaftsraum Pforzheim/Nordschwarzwald fördern und durch aktives Netzwerken die Innovationskraft regionaler Unternehmen stärken.

Am 07. Juni kamen rund 60 Unternehmerinnen und Unternehmer, Wissenschaftler, Forscher und interessiertes Fachpublikum an der Fakultät für Technik zusammen, um die Chancen der digitalen Transformation für die regionale Wirtschaft zu diskutieren. Im Rahmen der Veranstaltung wurden Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt Use-PSS vorgestellt und Praxisbeispiele aufgezeigt, in denen sich Unternehmen der Region erfolgreich vom Produkt- zum Lösungsanbieter gewandelt haben.

Die Geschwindigkeit der Digitalisierung schreitet rasant voran. Für Unternehmen gilt es die Herausforderungen und Möglichkeiten, die sich daraus ergeben rechtzeitig zu erkennen, um auf dem neuen Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Und sie müssen schnell sein: Während technische Innovationen früher Jahre oder Jahrzehnte gebraucht haben, um Geschäftsmodelle umzuwälzen, kann das in der total vernetzten Welt praktisch über Nacht passieren. Geschäftsprozesse, Arbeitsweisen, Berufsbilder – die Auswirkungen sind umfassend.

Die Anpassung von Unternehmen auf diese Entwicklung beschränkt sich dabei nicht auf die Anschaffung einer neuen Software, die reine Veränderung von Prozessen oder den Einsatz neuer Technologien. Die Unternehmenskultur, das Denken und die Art und Weise der Zusammenarbeit müssen sich grundlegend verändern, neue Arbeitsformen müssen etabliert werden. Die große Herausforderung, der sich Unternehmen stellen müssen, ist die Überführung ihres traditionellen Geschäfts in neue und innovative Geschäftsmodelle. Sie müssen ihre bestehenden Produkt- und Dienstleistungsportfolios analysieren, radikal überdenken und überarbeiten, veraltete Produkte und Services frühzeitig aufgeben und dafür neue Geschäftsfelder und Kunden erschließen.

Im Zentrum der digitalen Transformation steht der Kunde mit grundlegend veränderten Erwartungen. Unternehmen müssen der Forderung nach unmittelbar erhältlichen, individualisierten Komplettlösungen sowie dem stets verfügbaren Zugriff auf digital vernetzte Produkte und Dienstleistungen gerecht werden. Die Rolle produzierender Unternehmen wandelt sich hier grundlegend: Während der Fokus bisher in erster Linie auf der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb qualitativ hochwertiger Sachprodukte lag, erwarten die Kunden künftig einen umfassenden Lösungsansatz. Für die Bereitstellung einer solchen Komplettlösung eignen sich Produkt-Service-Systeme (PSS).

Professorin Dr. Rebecca Bulander, die im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen lehrt und forscht sowie am Institut für Smart Systems und Services (IoS³) angegliedert ist, legte in ihrem Eröffnungsvortrag die theoretischen Grundlagen und zeigte die Wichtigkeit der Digitalisierung durch unterschiedliche Praxisbeispiele auf. Anschließend berichteten Geschäftsführer Thomas Hösle und Sensior Advisor Horst Maywald von der ELABO GmbH aus Crailsheim von der Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie in ihrem Unternehmen. Die Erfahrungen reichten dabei von neuen Produkten und dazugehörigen Services bis hin zur Neugestaltung einer internen digitalen Wertschöpfungskette. Auch Eberhardt Klotz, der bei der Festo AG für den Themenkomplex Industrie 4.0 verantwortlich ist, erläuterte service-orientierte Geschäftsmodelle, wie sie aktuell im Portfolio von Festo platziert sind. Alle Referenten stellten sich im Anschluss an die Vorträge in einer Podiumsdiskussion den Fragen aus dem Publikum. Im Anschluss gab es für alle bei Fingerfood und Getränken ausgiebig Zeit zu netzwerken und Erfahrungen auszutauschen.

Über das Projekt

Das Forschungsprojekt Use-PSS - Usability betrieblicher Produkt-Service-Systeme (PSS) im Mittelstand - entwickelt und erprobt anhand realer Anwendungsfälle von Unternehmenspartnern ein Vorgehensmodell zur Generierung von Produkt-Service-Systemen. Ziel des Projektes ist es, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) beim Aufbau solch cleverer Kombinationen aus Produkten und Dienstleistungen bedarfsgerecht zu unterstützen. Im Projekt wird ein umfassendes Best-Practice-Modell erstellt, das auf die Bedürfnisse der Zielgruppe KMU abgestimmt und auf verschiedene Branchen übertragbar ist. Ein weiteres Ergebnis des Forschungsprojekts ist der Aufbau eines PSS-Kompetenzzentrums, welches als Anlaufstelle und Netzwerk-Plattform Unternehmen bei der Transformation vom Produkt- zum Lösungsanbieter umfassend unterstützt.

Als Partner im Zusammenschluss mit bwcon, dem Steinbeis Innovationszentrum „2 Digital Business“ sowie drei mittelständischen Unternehmen aus Baden-Württemberg ist das Projekt Use-PSS Teil der Förderinitiative „Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand“. Im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – Strategien zur digitalen Transformation der Unternehmensprozesse“ wird es im ersten Schritt mit einer Laufzeit von drei Jahren bis 2018 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.