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Lehrbeauftragte im Interview: Nina Felicitas Heide

Wer?
Nina Felicitas Heide

Wo?
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB), Karlsruhe

Was?
Forschung für die Umgebungserfassung von mobilen Robotern. Überführen der Forschungsergebnisse in die Anwendung zur Erfassung der Umgebung mit Kamerasystemen und LiDAR-Sensoren. Interpretation der erfassten Daten für die Arbeitsraumüberwachung, Objekterkennung und Hindernisvermeidung von Robotersystemen, mit besonderem Fokus auf autonome, schwere Arbeitsmaschinen

Lehrveranstaltung?
"Perzeption für mobile Robotersysteme" für die Masterstudiengänge "Mechatronische Systementwicklung" und "Embedded Systems"

Frau Heide, was wollen Sie unseren Studierenden vermitteln?
Insgesamt möchte ich einen guten Überblick über das Forschungs- und Anwendungsgebiet der (visuellen) Perzeption, also das maschinelle Sehen zur Umgebungserfassung, vermitteln. Diesen Überblick verbinde ich mit konkreten Anwendungsbeispielen aus der mobilen Robotik, um den Einsatz „im Feld“ aufzuzeigen. So bekommen die Studierenden nicht nur einen Einblick in die Perzeption für mobile Robotersysteme, sondern lernen dabei auch viele Themen kennen, wie sie aus kaum einem Arbeitsbereich von Ingenieurinnen und Ingenieuren mehr wegzudenken sind. Neben der Umgebungserfassung für autonome, schwere Arbeitsmaschinen werden ähnliche Verfahren in jeder Domäne eingesetzt, die eine Erfassung und Interpretation der Umgebung benötigt, wie z. B. auch in der Industrierobotik oder beim autonomen Fahren im Straßenverkehr. Ich möchte die Studierenden für die Perzeption und die Robotik begeistern, da diese beiden Themen einen wesentlichen Beitrag für die zukünftige technologische Weiterentwicklung leisten werden und dazu spannende Möglichkeiten bieten, sich jeden Tag aufs Neue herausfordern und begeistern zu lassen.
 

Warum ist Ihr Thema relevant?
Die autonome Fortbewegung, ein Teilgebiet der mobilen Robotik, ist in der Produktion und Mobilität heute schon sehr präsent und dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken. Um eine autonome Fortbewegung zu ermöglichen, benötigen die Systeme im ersten Schritt eine Erfassung ihrer Umgebung, wie sie in der Perzeption für Robotersysteme erforscht und entwickelt wird.
Außerdem kann die Robotik Menschen in vielen Lebens- und Arbeitsbereichen unterstützen und auch vor dem Einsatz in Gefahrenzonen schützen. Im Rahmen des Kompetenzzentrums »Robotersysteme für die Dekontamination in menschenfeindlichen Umgebungen« (ROBDEKON) untersuchen wir am Fraunhofer IOSB autonome und teilautonome Robotersysteme für den Einsatz in menschenfeindlichen Umgebungen, wie beispielsweise in der Altlastensanierung und Dekontamination. Mobile Robotersysteme können so die Arbeiten in Gebieten mit hohem Gefährdungspotential für den Menschen übernehmen.

 

Welchen Mehrwert bietet die Lehrtätigkeit an der HS PF für Sie selbst?
Das Vermitteln meiner Forschungsthemen an die Studierenden bereitet mir viel Freude, da ich so die Chance habe, noch mehr Begeisterung für diese Themen zu wecken und den Studierenden Wissen und Erfahrungswerte für ihr zukünftiges Berufsleben mitgeben kann. Etwas als Lehrende zu vermitteln, bedeutet für mich, sich nochmal aus der Vogelperspektive und wieder von Neuem mit einem Thema zu beschäftigen. Dabei versuche ich die Themen nochmal durch die Augen der Studierenden zu sehen, für die diese Themen (noch) unbekannt sind. Durch diese erneute Betrachtung und den Austausch mit den Studierenden entdecke ich oftmals neue Ideen und Zusammenhänge, welche dann wiederum in meine tägliche Forschungsarbeit einfließen.

 

Nina Felicitas Heide ist 29 Jahre alt und lebt in Karlsruhe. Seit 2019 ist sie Lehrbeauftragte der Hochschule Pforzheim.

Nina Felicitas Heide: „Wer mit autonomen Systemen arbeitet, muss immer genau wissen, wie diese funktionieren und welche Verantwortung damit einhergeht. Daher arbeiten wir am IOSB auch manuell mit unseren schweren Arbeitsmaschinen, um beim autonomen Betrieb der Systeme jederzeit ihre Masse, ihre Geschwindigkeit und vor allem ihre mechanischen Grenzen präsent zu haben.“ (Foto: Fraunhofer IOSB)