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Tanz mit dem Roboter: Ballettprojekt an der Fakultät für Technik

Studierende entwickeln in Kooperation mit professioneller Tänzerin den „Robodance“

 

Eine italienische Balletttänzerin, die barfuß in Laborräumen der Fakultät für Technik trainiert und ein studentisches Trio, das ihr nicht nur einen Tanzpartner der besonderen Art beschert – nein programmiert –, sondern auch noch die Begleitmusik am Klavier dazu liefert. Mit ihrer Projektarbeit „Robodance“ haben die Studierenden Martina Kundrot, Martin Kowollik und Michael Jilg Vielseitigkeit bewiesen. Mit Erfolg auch über die Noten- und Hörsaalgrenze hinaus: Die außergewöhnliche Kooperation läutete als Live-Act die Eröffnung des Zentrums für Präzisionstechnik an der Hochschule Pforzheim vor einigen Wochen ein. „Wir haben einen UR10-Roboter mittels Programmierung zum Tanzen gebracht. Durch die Arbeit an meiner Masterthesis im Bereich Robotik war ich ideal auf die Arbeit mit dem eingesetzten Roboter vorbereitet“, so Michael Jilg, Absolvent des Masterstudiengangs „Mechatronische Systementwicklung“, der das Projekt betreute.
 

Gemeinsam mit Martina Kundrot und Martin Kowollik, beide studieren im Bachelorstudiengang „Mechatronik“, und Tänzerin Selene Martello entwickelte er den „Robodance“: Das synchrone Zusammenspiel des Mensch-Maschine-Ballettduos ist das Ergebnis zahlreicher Proben auf dem Pforzheimer Campus zwischen Juni und September 2021: „Im Free-Drive-Modus haben wir den Roboter in verschiedene Positionen bewegt, die Selene uns entsprechend vorgab. Diese einzelnen Punkte haben wir dann jeweils abgespeichert, damit er diese Punkte im Nachgang Schritt für Schritt abfährt“, so die vereinfachte Erklärung von Martina Kundrot – deren zuvor am Klavier eingespieltes Klassikstück außerdem die Hintergrundmusik zum Auftritt lieferte.

Schon seit 2019 verfügt die Hochschule Pforzheim über zwei Exemplare kollaborativer Roboter (Cobots) des dänischen Herstellers Universal Robots. Im Labor für Mechatronik können Studierende mit und an diesen arbeiten: „Die eingesetzten Cobots sind nicht nur Teil der Lehre, sondern werden auch in einem aktuell von mir bearbeiteten Forschungsprojekt eingesetzt. Hierin entwickeln wir modernste kollaborative Applikationen, die den Menschen und die Maschine zusammenarbeiten lassen – eine Choreographie, wie wir sie in anderer Form auch beim Ballett hatten“, so Michael Jilg, der zwischenzeitlich wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule ist.

Der Cobot ist für die industrielle Handhabung von Werkzeugen/Anbaugeräten oder für die Verarbeitung oder Übergabe von Komponenten oder Produkten vorgesehen. Ausgestattet mit speziellen sicherheitsrelevanten Funktionen, ist er für den kollaborativen Betrieb ohne Zaun oder Schutzgehäuse geeignet und im direkten Kontakt mit Menschen ungefährlich.

Unterstützung fand das Projekt "Robodance" auch durch Klaus Schnepper, langjähriger Leiter der Mechatronik-Werktstatt der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim.