Double Degree-Programm zwischen der Hochschule Pforzheim und der Tecnológico de Monterrey

Erreichen Sie gleich zwei akademische Abschlüsse
mit dem Double Degree!

Die besondere Option im Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen/ International Management
 

Das Double Degree ist eine Option, für die Sie sich als Studierende des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen/International Management entscheiden und qualifizieren können.

Sie studieren sowohl an der Hochschule Pforzheim als auch an der weltweit renommierten und ebenfalls international akkreditierten Privatuniversität Tecnológico de Monterrey in Mexiko.

Zunächst studieren Sie regulär die ersten drei Semester des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen/ International Management in Pforzheim.

Zu Beginn des dritten Semesters haben Sie die Möglichkeit, sich über ein Auswahlverfahren für das Double Degree-Programm zu qualifizieren, um im vierten und fünften Semester an unserer langjährigen Partnerhochschule Tecnológico de Monterrey zu studieren. Gegebenenfalls muss das Praxissemester vorgezogen werden, da in Mexiko das Double Degree-Programm stets im August beginnt.

Im Anschluss an die beiden Semester in Mexiko kehren Sie an die Hochschule Pforzheim zurück, wo Sie die noch offenen Prüfungsleistungen ablegen und auch Ihre Thesis erstellen.

Die in Mexiko erfolgreich belegten Lehrveranstaltungen werden angerechnet und führen Sie zu gleich zwei akademischen Abschlüssen – dem deutschen und dem mexikanischen!

 

Ugur Benli, Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International/Double Degree

Ugur Benli, Double Degree Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International

„Die Option „Double Degree“ war, ist und bleibt eine der besten Entscheidungen, die ich für mich und mein Leben getroffen habe. Ich habe viele neue Freunde gefunden und konnte mein Netzwerk stark erweitern. Auch persönlich bin ich sehr gewachsen. Nun schreibe ich hier auch direkt meine Thesis. Vielleicht funktioniert es anschließend noch, berufliche Erfahrungen in Mexiko zu sammeln?“

 

Ugur Benli,
Double Degree Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International

Meine Partnerhochschule
Tecnologico de Monterrey, Campus Monterrey/Mexiko

Aufenthalt: Wintersemester 2019/2020 und Sommersemester 2020

 

Warum haben Sie sich für das Double Degree-Programm beworben?

Ich hatte schon sehr lange den Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt, vorzugsweise Asien oder Lateinamerika sollte es schon immer sein. Als ich mich dann für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen entschieden hatte und während der Suche nach der geeigneten Hochschule, auf der Website der HS Pforzheim, die Möglichkeit entdeckte, sich für ein DD in Mexiko qualifizieren zu können, musste ich diese Chance ergreifen.
12 Monate Mexiko, an einer Top Universität in Lateinamerika plus DD-Abschluss, Tacos, indigene Völker, atemberaubende Landschaften, die Natur und Fauna, die spanische Sprache und historische Kolonialbauten waren für mich das Nonplusultra, dass ich mit 35 Jahren noch erreichen wollte. Das motiviert mich bis heute mit 10.000%.


Wie lief die Vorbereitung des Double Degree Programms und wie gut war die Unterstützung von Seiten der Hochschule Pforzheim?

Begonnen hat alles mit einer Infoveranstaltung durch Prof. Hinderer, anschließend hatten wir Kontakt zu Vorgängern und nahmen an einem Seminar teil. Versorgt wurden wir mit grundsätzlichen Informationen über Unterkünfte, Campusleben, Restaurants und letztendlich wichtige Do‘s & Don‘ts, die es in der Ferne zu berücksichtigen gilt.

Professoren und zuständige Mitarbeiter aus Pforzheim haben uns immer mit aktuellen Informationen versorgt, und wir kommunizierten regelmäßig. Bei persönlichen Anliegen bekamen wir auch sehr schnell verlässliche Unterstützung.


Beschreiben Sie Ihren ersten Tag in ein paar Worten.

Der erste Tag war in meinem Fall sehr prägend. Der Check-In in der neuen Unterkunft (Garza Sada 1892) funktionierte reibungsfrei.  Nach dem Einrichten des Zimmers und einer erfrischenden Dusche machte ich mich mit einem Wortschatz von vielleicht 10 spanischen Wörtern, auf den Weg zum „Oxxo“ Markt gleich nebenan. Wie sich herausstellte, waren meine Spanischkenntnisse absolut unzureichend. Ich glaube, dass ich mindestens 2 Minuten an der Kasse zum Bezahlen eines einfachen Wassers benötigte, die sich wie eine halbe Ewigkeit angefühlt hatten. Nervös und mit Angstschweiß durchnässt, habe ich den Laden verlassen. Zumindest war mir nun klar, woran die nächsten Monate definitiv noch stark gearbeitet werden musste, um die Sprachbarriere zu überwinden.


Wie haben Sie gewohnt (Im Studentenwohnheim auf dem Campus oder privat? Selbstorganisiert oder mit Unterstützung der Partnerhochschule?)

Die ersten 6 Monate habe ich in einer 2er-WG in einem Wohnkomplex, Garza Sada 1892, gewohnt. Das ist eine von 3 Unterkünften, die uns von der Hochschule Pforzheim bzw. Studenten empfohlen wurde. Es ist dort sicher, ruhig und ein kostenloses Shuttle fährt pünktlich mehrmals an den TEC Campus. Mir hat es dort aus mehreren Gründen nicht besonders gut gefallen. Darum habe ich mich für das 2. Halbjahr um eine andere Unterkunft gekümmert. Diese Anlage nannte sich „Patagonia 17“. Die ist kleiner, ruhiger, günstiger und privater gewesen. Um die Unterkünfte habe ich mich selbst gekümmert.

Zur Auswahl gibt es noch die Partyunterkünfte VillasTec und TorresTec. In beiden Unterkünften ist 24/7 Halligalli angesagt. Preislich liegt die Miete bei beiden Unterkünften für 1 Zimmer in einer 3er-WG bei ca. 300€ ohne NK.


Gab es eine „Orientation Week“ für Internationals und wie war diese organisiert?

Ja, es gab eine Orientierungs-Woche, die mit der in Pforzheim zu vergleichen ist. Wir wurden auf dem Campus herumgeführt, der wirklich am Anfang erschlagend groß und überwältigend ist. Die Woche war gut organisiert, und wir konnten uns ohne Schwierigkeiten für unseren Studienaufenthalt und für unsere Kurse an der Tecnologico de Monterrey registrieren.


Gab es ein Buddy Program (Vernetzung einheimischer Studierender mit den Austauschstudierenden)?

Die Studentenvereinigung nennt sich ISE, und diese bot ein Buddy Programm an. Ebenfalls holte die Organisation uns kostenlos vom Flughafen ab und brachte uns bis zur Unterkunft.

 

Können Sie angeben, wie hoch die finanziellen Ausgaben für Lebenshaltungskosten (im Vergleich zu Pforzheim) pro Monat oder pro Semester waren (Wohnen, Essen, Freizeitangebote etc.)?

  • Für die Unterkunft Garza Sada 2er-WG im ersten Semester: 420 EUR/Monat inkl. NK
    Ausländische Studenten bekommen nur einen Halbjahresvertrag. Rabatte, die bei ganzjährigen Verträgen angeboten werden, sind somit ausgeschlossen.
    Mietkosten werden halbjährlich um 50€ erhöht, so wird es einem zumindest zur Vertragserneuerung angeboten/verkauft.
    Mit etwas Verhandlungsgeschick und Bestimmtheit lässt sich die Verwaltung von dieser Mieterhöhung auch abbringen. So war es bei anderen (ausländischen) Mietern. Ich bin auch aufgrund dieser, für mich nicht nachvollziehbaren, Preiserhöhung ausgezogen.
  • Für die Unterkunft Patagonia 3er-WG im zweiten Semester: 250 EUR/Monat + 50 EUR NK (nicht in der Miete enthalten; verbrauchsabhängig)
    Hier gibt es auch eine Administration, jedoch kann man den Vermieter privat aufsuchen.
    Bei privaten Vermietern ist etwas Vorsicht geboten, da Absprachen und/oder Mietverträge individuell abgeschlossen werden. Es gibt gute und auch schwierige Vermieter. Vermieter, die 3 Monate Kaution und 6 Monate im Voraus bezahlt werden möchten, gehören hierzu zu den unmoralischen Angeboten. Die Kaution sieht man dann häufig nicht mehr wieder.
    Ich hatte Glück, und meine Vermieterin war ein supernetter Mensch. Wir hatten schlussendlich nur einen mündlichen Vertrag, einen schriftlichen, der mir versprochen wurde, erhielt ich nie. Die Miete wurde pünktlich bezahlt, bei Verzögerungen, gab ich ihr kurz über WhatsApp Bescheid und überwies die Miete bei der nächsten Möglichkeit. Für den letzten Monat bezahlte ich keine Miete mehr, da ich 1 Monat Kaution hinterlegt hatte.
  • Kosten für Speis und Trank sind schwer zu kalkulieren und sind natürlich von einigen Faktoren abhängig: Ob Essen täglich bestellt oder selbst zu bereitet wird.
  • Das Kochen in Garza Sada ist in der 2er-WG kaum möglich. Die Küche besteht nur aus 2 Elektro-Herdplatten, die eine Ewigkeit für die Betriebstemperatur benötigen und keinen Platz für 2 Pfannen oder Töpfe nebeneinander bieten.
  • Die Wohnungen in Patagonia verfügen über vollausgestatte Küchen mit genug Arbeitsfläche und einem Gasherd mit 4 Kochstellen. Küchenausstattung (ob Töpfe, Gläser, Tupperware, Besteck, Pfannen, Bratwender, etc.) muss alle vor Ort auf eigene Kosten beschafft werden!
  • Kosten für Verpflegung variieren zwischen 150€ - 300€ im Monat
    Die Preise im Supermarkt sind mindestens auf deutschem Niveau. HEB und Soriana sind nicht günstig.
    Lokale Märkte oder Tante-Emma-Läden hingegen sind schon etwas günstiger, bieten natürlich nicht das gleiche Sortiment. Sie sind, ohne Orts- und Sprachkenntnisse für Ortsfremde nicht einfach zu erreichen. Wenn man einmal den Standort hat, kann mein einfach mit Uber/Didi hin- und zurückfahren.
    Obst und Gemüsesorten fangen ab 1,50€/kg – 2€/kg an.
    Wasser 21l Kanister = 2,50€
    Wasser 1l Flasche = 0,60 €
    Weißbrot = 1,50€
    Milch = 1,20€
    Fleisch- und Fischsorten fangen im Supermarkt und Metzger bei 5€/kg an
    Milchprodukte sind generell etwas teurer als in Deutschland.
  • Mein WG-Mitbewohner staunte am Ende seines Einkaufes nicht schlecht, als ich seinen Kassenzettel kontrollierte und ihm mitteilte, dass er für 1kg Quark ca. 10€ bezahlt hat. Selbstverständlich hat er dann auch irgendwann einen günstigeren entdeckt.
  • Uber Eats und Rappi liefern ab 6-7€. Macht in einem Monat, bei einmaliger täglicher Bestellung, ein nettes Sümmchen von ca. 180-210€.
  • Frühstück auf dem Campus ist relativ günstig: ca. 1,40€ für Rührei, Bohnen und Tortillas. Wasser gibt es kostenlos. Saft kostet 0,50€
  • Tacos zum Frühstück, wer es deftig mag sind natürlich auch vorhanden. Kosten > 2€
  • Das günstigste Mittagessen an der TEC = großer Salatteller kostete ca. 3,50€
  • Warme Speisen kosten gerne >4,50 €
  • Außerhalb des Campus bekommt man Mittagessen für ca. 3€
  • In Monterrey kosten Tacos im Schnitt ca. 0,80 €. Außerhalb bzw. in anderen Städten ca. 0,60
  • Speiseplatten (Grill- oder Fischplatte) für 2 Personen kosten in MTY ca. 15€ in anderen Gegenden ca. 12€
  • Kino Einzelticket: 2-3€/Kino VIP-Ticket: 6-7€
  • Uber/DIDI zum Flughafen 13-20€, variiert nach Uhrzeit und Verkehrsauslastung
  • Uber/DIDI Stadtzentrum oder San Pedro ca. 4-12 €
  • Uber/DIDI Zona TEC: 1,30 – 4 €
  • Reisen: Inlandsflüge können ganz günstig sein. Nicht selten bekommt man Hin-und Rückflüge für 50€ ab Monterrey nach z. B.:  Cancun, Mexico-City, LA Paz, Tijuana, Oaxaca. Hotels sind nicht gerade günstiger als in Deutschland. Je nach Standard ca. 50€ für ein Doppelzimmer oder mit etwas mehr Komfort auch bei einem dreistelligen Betrag aufwärts pro Nacht. Air B&Bs liegen bei ca. 20-30€. Hostels mit Mehrbettzimmern fangen bei 15€ an.
  • Reist man in der Gruppe mit 3-6 Personen, kann man sich vorteilhaft natürlich ein ganzes Haus für einige Tage in Strandlage mieten.
  • Für das Double Degree würde ich mit ca.10.000 € - 15.000 € kalkulieren inklusive An- und Abreise aus Deutschland, Inlandsflüge, Freizeit, etc. pp.
  • Monatlich ist mit mindestens ca. 600 € - 800 € für Miete, Nebenkosten, Auslands-KV, Lebensmittel und Verpflegung zu rechnen.
  • Möchte man viel reisen, alles mitnehmen, viel draußen essen, ständig auf Achse sein und sich wenig finanzielle Gedanken machen müssen, sollten 1200 € – 1500 € im Monat in Betracht gezogen werden.
  • Es soll an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass der mexikanische Mindestlohn ca. 300 € beträgt. Damit muss ein Großteil der Bevölkerung auskommen. Mexikanische Jobs mit Löhnen zwischen 800-1000€ zählen schon als gut bezahlt, hierzu zählen auch angestellte Ingenieure, Anwälte, Zahnärzte etc.

Haben Sie eine finanzielle Förderung erhalten (z. B. Erasmus oder Stipendium)?

nein

 

Wie haben Sie sich in der neuen Kultur eingefunden, gab es irgendwelche „kulturellen Schocks“? Wie sind Sie damit zurechtgekommen?

Die erste Zeit habe mich doch sehr schwergetan. Ich habe zwar schnell Anschluss mit Mexikanern gefunden, aber wie bereits erwähnt ohne Spanischkenntnisse habe ich mich überhaupt nicht wirklich wohl fühlen können. Da man außerhalb der Klassenzimmer doch sehr abhängig und aufgeschmissen ist. Der Großteil der Bevölkerung spricht keine weitere Fremdsprache, so auch auf dem Campus beschäftigtes Personal von Wachleuten, Mensamitarbeiter, Putzpersonal, Mitarbeiter in den vielen verschiedenen Restaurantketten.

Was uns allen aus Deutschland aufgefallen ist, ist, dass Mexikaner mit Schuhen für draußen bis ins Bett laufen. Hygiene in diesem Fall Fehlanzeige. Kakerlaken zählen schon fast zum (unbeliebten) Inventar. Wie es nun mal in heißeren Ländern vorkommen kann.

Für fast jede Speise wird Chili benutzt, selbst auf Obst kommt ein Chili-Topping. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig.
Beim Bestellen von Obstsalaten von Straßenhändlern oder Strandverkäufern, sollte man das gleich am Anfang der Bestellung mindestens zwei Mal erwähnen, für empfindliche Personen könnte es sonst zu feurig werden 😉

Im Norden des Landes essen die Einheimischen Fleisch mit Fleisch und als Beilage gibt es noch ein bisschen mehr Fleisch. BBQ „Carne Asada“ hat höchste Priorität. In diesem Punkt kamen sogar die Carnivoren aus Pforzheim an ihre Grenzen.

Geflügel und Fisch zählen oft schon als „vegetarisch“, also auch hier nicht wundern. Andere Länder, andere Sitten.

Auch im kalten Winter; es sind durchaus frische Temperaturen zwischen 0-5°C in Monterrey möglich, ist oft die Klimaanlage an oder Fenster sowie Balkontüren offen und einheimische Mexikaner (Nortenas) sitzen eingepackt in Jacken und Decken zu Hause. Heizsysteme und Isolierungen, wie wir es in Deutschland gewohnt sind, gibt es nicht. Dadurch dringen Kälte im Winter und Hitze im Sommer ungehindert ins Innere des Gebäudes. Auch gibt es selten etwas wie Nachtruhe. Das hat seine Vor- und Nachteile.

Verbringt man die kälteren Wintermonate reisend im Süden des Landes, hat man im absoluten Gegensatz tropische und schwülwarme Temperaturen um >30°C. Hier gibt es nicht selten Warnungen vor Hurricanes und tropischem Unwetter.

Im Sommer benötigt man im gesamten Land definitiv etwas gegen Moskitos. Stechmücken können einem das Leben unangenehm machen.

Die Menschen sind sehr freundlich, sie feiern sehr gerne. Gründe benötigen Sie nicht viele. Selbst Muttertag und Vatertag werden ausgiebig in der Familie zelebriert. Es gibt ein Festessen, Musik, es wird viel gelacht, getrunken und gegessen.

Der Tag der Toten war ein Kulturhighlight.

Weihnachtslieder sind, im Gegensatz zur deutschen (keltischen) Kultur Festmärsche mit lateinamerikanischen Rhythmen, die zum Feiern und Tanzen einladen.

Bargeld oder Kreditkarten sollte man nicht unbedingt im 7eleven oder Oxxo ohne Aufforderung auf die Theke legen. Man weiß nicht, wer noch im Laden einkauft. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist wirklich extrem.
Nachdem ich mir nun recht fließende Spanischkenntnisse angeeignet habe und mich auf sehr gutem Niveau mit Mexikanern unterhalten kann, hat es auch mit der Integration geklappt. Für mich stand und fiel alles mit der Sprachbarriere.


Mit wem haben Sie Freundschaft geschlossen – nur mit anderen Internationals oder auch mit einheimischen Studierenden?

Ich habe sofort Anschluss zu Mexikanern gesucht und gefunden. Jedoch haben Unterhaltungen fast nur auf Englisch stattgefunden. Da die Mexikaner aus vielen unterschiedlichen Regionen kamen, war es für mich fast unmöglich, etwas dazu zu lernen. Die Akzente, Redewendungen sowie die Sprechgeschwindigkeit machten es sehr schwer.


Haben Sie sich stets sicher gefühlt? War diese Sicherheit eine andere als zuhause?

Mexiko ist nie stets sicher, obwohl es ein reiner Polizeistaat ist. Wie bereits erwähnt, ist ein Großteil der Bevölkerung sehr arm und muss mit dem Mindestlohn i. H. v 300€ oder weniger auskommen. Die Menschen haben in vielen Gegenden nicht sehr viel zu verlieren. Das macht sich in der Bevölkerung deutlich bemerkbar.  

Der Staat, das Militär und die Polizei stecken bis zum Hals in den Geschäften der Narcos und anderen Intrigen mit drin. Sie sind äußerst korrupt, manchmal zum Vorteil auch zu seinem Nachteil.

Es sind einige unschöne und zum Teil unvorstellbare Dinge während unseres Aufenthaltes passiert. Diese können gerne privat erfragt werden.

Wenn man sich jedoch an einige Spielregeln hält, kann man natürlich das Risiko von Vorfällen reduzieren oder vermeiden.

Auch hier gilt wieder: Da es nun mit der Verständigung sehr gut funktioniert, fühle ich mich deutlich sicherer.


Beschreiben Sie kurz den Campus und seine Einrichtungen (Bibliotheken, Vorlesungsräume, Mensa/Cafeterien, Sportmöglichkeiten, Freizeit etc.)

Der Campus ist richtig schön. Überall laufen Enten, Rehe und Pfauen frei herum. Manchmal auch durch die Campuskantinen oder auf dem Esstisch. Es gibt viel Platz, einen schön angelegten Park mit Sitzmöglichkeiten. Sehr viele Food Trucks, Cafés und Restaurants. Von Sushi, über Burger, Tacos und Salatvariationen ist alles vorhanden. Verhungern wird keiner, jedoch ist es nicht immer günstig.

Wir hatten die Möglichkeit, mit einem Laserfräser und einem 3D-Drucker zu arbeiten. Haben mit einem Minicomputer „Arduino“ eigene Projekte ins Leben gerufen. Arbeitsmaterialien müssen selbst beschafft werden. Die Klassenzimmer und das Equipment sind etwas ins Alter gekommen. Wir hatten hin und wieder Ausfälle in Laboren, sodass eine Weiterarbeit an Projekten nicht immer gewährleistet war. Klassenzimmer und Arbeitsbereiche entsprechen nicht immer dem Stand der Technik.
 
Die Klassenräume sind sehr kalt. Auch im Hochsommer sollte man immer einen ausreichend dicken Pulli oder eine Jacke dabeihaben, um sich nicht einen Zug und eine fiese Erkältung zu holen. Kein Joke, die Zimmer werden mit der Klimaanlage auf 18 Grad gekühlt, während draußen die Sonne mit über 40°C im Schatten auf den Asphalt brennt.

Der Campus verfügt über eine eigene Fitnessanlage. Das Trainieren ist für Alumni kostenfrei. Ebenfalls gibt es ein Hallenbad, Basketball- und Fußballfelder und ein eigenes American Football Stadion. Es werden auch Sport- und Yogakurse angeboten, die nach Einschreiben verpflichtend sind. Der Meditationsraum ist ein toller Ort zum Entspannen und Energie sammeln. Ernährungsberatung wird auch angeboten, jedoch nur gegen Aufpreis.

Die Bibliothek ist absolut riesig, sehr gut ausgestattet und erstreckt sich über 5 Stockwerke mit Dachterrasse und einem Café. Es gibt Gruppenräume, die man entsprechend blocken kann.  Jedoch sollte man nicht die gleiche Ruhe und Arbeitsmoral wie bei uns in Pforzheim erwarten.


Nennen Sie ein landestypisches Gericht/Getränk bzw. eine Tradition, die sie mit Ihrem Gastland verbinden.

Huevos a la Mexicana, Tamales, Trompo, Menudo, Tripa sind Speisen, die sehr verwandt mit der türkischen Küche sind. Das war für mich dann ein überraschendes Erlebnis, das ich sehr genossen habe.


Wie haben Sie sich sprachlich im Alltag verständigt (beim Einkaufen, Reisen, auf dem Campus)?

Die ersten 6 Monate auf Englisch auf dem Campus und außerhalb mit Händen und Füßen oder mit einer App auf dem Smartphone. Wenn ein mexikanischer Freund dabei gewesen ist, hat er/sie die Kommunikation übernommen.
Heute bin ich in der Lage, alle Anrufe, Behörden- oder Arztbesuche, E-Mails, etc. auf Spanisch selbst zu regeln.

 

Inwiefern unterschieden sich die Betreuung durch Lehrende und deren Lehrmethoden an der Partnerhochschule von denen an der Hochschule Pforzheim?

Wir wurden gefordert und gefördert. Die Lehrmethoden sind etwas unterschiedlich. Es muss auch viel im Selbststudium erlernt werden. Die Belastung durch den Workload ist teilweise enorm gewesen, sodass ich individuell, aber auch wir in verschiedenen Teams, oft an unsere Grenzen kamen. Nachtschichten oder das Durcharbeiten ohne Wochenende über gewisse Zeiträume waren keine Seltenheit.

Die Betreuung hing auch stark von jedem Professor ab. Mit der Mehrheit von Professoren kam(en) ich (wir) sehr gut zurecht. Sie sind sehr professionell und sehr kompetent in ihren Bereichen gewesen. Es gab wenige Ausnahmen, die nicht überzeugen konnten.

Es gab die Möglichkeit, seine Note durch Zusatzarbeit - nicht immer fachrelevant - durch Qualifikationen zu verbessern.

Organisatorisch ist die TEC noch stark verbesserungsfähig. Da gibt es mittelgroße Schwierigkeiten. Da die mexikanische Administration leider nicht verlässlich arbeitet, ist hier sehr viel Geduld erforderlich.


Wie empfanden Sie das Niveau der besuchten Double Degree-Kurse, sowohl inhaltlich als auch sprachlich?

Sprachlich und inhaltlich waren Vorlesungen und Lehrinhalte auf einem anspruchsvollen Niveau. Die Professoren konnten meist sehr gutes Englisch und konnten auf ein gutes Fachwissen zurückgreifen.

Im zweiten Semester überschnitten sich die Inhalte aus fünf Kursen sehr stark und boten wenig Abwechslung. Das hatte den Vorteil, dass wir das Erlernte, häufig aus verschiedenen Positionen, praktizieren und verinnerlichen konnten.


Wie hoch war der Anteil an Gruppenarbeiten und an praxisbezogenen Projektarbeiten?

1. Semester: 4 von 6 Kursen praxisbezogene Projekt- und Gruppenarbeiten
2. Semester: 6 von 6 Kursen praxisbezogene Projekt- und Gruppenarbeiten


Wie verlief die Vorbereitung auf Prüfungen und wurde anders geprüft als an der Hochschule Pforzheim?

Es gab 2 Zwischenprüfungen und 1 Endprüfung, Hausaufgaben, Quizze, Mitarbeit und Anwesenheit, werden ebenfalls bewertet.

Die Vorbereitung fand häufig im Selbststudium statt. Wo es ging, haben wir uns auch in Gruppen getroffen und versucht, uns gegenseitig zu unterstützen. Professoren standen für Fragen häufig per Mail zur Verfügung oder hatten nach der Vorlesung noch etwas Zeit.


Gab es etwas, das Sie an den Double Degree-Kursen verbessern würden?

Im zweiten Semester gab es inhaltlich viele Überschneidungen und die Kurse boten etwas geringe Abwechslung. Der Lehrinhalt bezog sich in 5 Kursen zum Großteil auf das „Business Model Canvas“ und die einzelnen zusammengesetzten Teilbereiche. Vielleicht können hier etwas abwechslungsreichere Kurse angeboten werden.


Haben Sie die Landessprache gelernt (bspw. durch Sprachkurse)? Waren Sie Beginner oder hatten Sie Vorkenntnisse?

Vor Reisebeginn hatte ich einen Wortschatz von 10 spanischen Wörtern. Verpflichtend war ein Spanischkurs an der TEC, an dem wir zwei Mal die Woche teilgenommen haben. Da habe ich persönlich nur ein kleines bisschen dazugelernt. Durch die hohe Anzahl von deutsch- und englischsprachigen Studenten hat die Umsetzung in die Praxis nicht funktioniert.

Erst als ich mich persönlich damit auseinandergesetzt habe, mir spanische Kindersendungen auf sehr niedrigem Niveau und mit klarer Aussprache angeschaut habe und von meiner Partnerin jeden Tag über Stunden mit Spanisch überschwemmt wurde, hat sich bei mir der Hebel umgelegt, und nun sauge ich die Sprache wie ein Schwamm auf.

Daher vielen Dank für diese hervorragende Möglichkeit, am DD teilnehmen zu dürfen. Mein Repertoire von 4 Sprachen konnte ich nun auf 5 ausweiten.

Welche Ausflüge haben Sie unternommen, und was können Sie empfehlen?

Empfehlungen:

  • Puerto Escondido: unheimlich schöne Strände, tolle Landschaft, Turtle release und die Sonnenuntergänge waren ein Highlight
  • Puerto Vallerta: Ebenfalls wunderschöne Strände
  • Riviera Maya: Cenoten mit kristallklarem Wasser, Maya Ruinen, karibisches Feeling, viel Dschungel und immergrün, Bacalar Pueblo magico mit seiner Süßwasserlagune,
  • Guanajuato: eine schöne Kolonialstadt, die historisch sehr wichtig für Mexiko ist. Hier begann die Freiheitsbewegung der Mexikaner gegen Ihre spanischen Besatzer.
  • San Miguel de Allende, wunderschöne Kolonialhäuschen, gutes Essen. Schöne Kathedrale.
  • Oaxaca: Dia de los muertos

Haben Sie an Ausflügen des International Service teilgenommen?

Ja, mit der studentischen Vereinigung ISE.


Haben Sie ein Souvenir mitgebracht?

Ein paar Kleinigkeiten, ja. Handgestickte Kleidungsstücke, die typisch für die Nortenas sind und Ponchos.

Was hat das Auslandsjahr im Double Degree zu Ihrer persönlichen Entwicklung beigetragen?

Jeder Tag hat zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen. Mental bin ich stärker geworden. Die Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern/Kulturen war und ist eine Herausforderung gewesen, die nur Bereicherungen mit sich gebracht hat.

Schwierige Situationen haben wir in Gruppen sehr gut meistern können. Auch hier hat man sich stark gegenseitig unterstützt und ist zusammengewachsen


Haben sich Ihre Erwartungen an die Double-Degree-Zeit erfüllt?

Ja, meine größte Erwartung bzw. mein persönliches Ziel neben dem erfolgreichen Abschließen des Double Degree ist es gewesen, die spanische Sprache zu lernen und eventuell auch meine Thesis in Monterrey in einem Unternehmen zu schreiben.

2 von 3 Zielen habe ich bereits erreichen können, sodass ich diese nun ausbauen und vertiefen kann.

Das 3. Ziel ist „in process“, denn einer meiner mexikanischen Professoren hat mir eine Bacheloranden-Stelle in seinem Unternehmen angeboten, die ich natürlich wahrnehmen werde.


Welchen Tipp würden Sie anderen Pforzheimer Studierenden auf den Weg mitgeben, die an „Ihrer“ Partnerhochschule studieren werden?

  • Sich nicht auf alle Aussagen von Professoren oder der Organisation an der TEC verlassen. Nerven aus Stahl mitbringen. Vieles kommt vor Ort sehr anders als man es sich vorgestellt oder geplant hat. Spanisch sollte zumindest ansatzweise vorhanden sein, um sich nicht komplett abhängig machen zu müssen. Außerhalb des Campus wird es sehr schwierig mit der Verständigung, auch wenn die Mexikaner geduldig sind.
  • Aus der gesammelten Erfahrung: Garza Sada1892 weitläufig meiden.
  • Sich ausgiebig mit DD-Studenten aus den Vorjahren unterhalten.
  • Einige Kulturschocks in Kauf nehmen.
  • Auch an Winterklamotten denken. Wie bereits erwähnt: entweder von zu Hause mitnehmen oder dann vor Ort sich dann etwas für 3-4 frischere Monate zulegen.

 


Würden Sie sich noch einmal für das Double Degree entscheiden?

Immer wieder aufs Neue. Das war, ist und bleibt eine der besten Entscheidungen, die ich für mich und mein Leben getroffen habe. Ich habe viele neue Freunde gefunden und konnte mein Netzwerk stark erweitern. Auch persönlich bin ich sehr gewachsen. Vielleicht funktioniert es auch beruflich in Mexiko.


Meine beiden Double-Degree-Auslandssemester in einem Satz

Uhhh Ahhh Monterrey.


Fjolla Berisha, Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International/Double Degree
Artan Berisha, Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International/Double Degree

Fjolla und Artan Berisha, Double Degree Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International

Fjolla „Im Allgemeinen kann man sagen, dass an der Tec de Monterrey viel Wert auf Beteiligung gelegt wird. Den Professoren ist wichtig, dass jeder mitmacht. Die Beziehungen außerhalb des Unterrichts waren fast schon freundschaftlich, es war keine Besonderheit, mit Deinem Professor zur Begrüßung “einzuchecken” oder einen Smalltalk zu führen. Manche Professoren haben die Inhalte ihrer Vorlesung in Geschichten verpackt, was es super interessant und verständlich machte.“

Artan „Ich wollte zu 100% ins Ausland, also begann ich im dritten Semester, die verschiedenen Möglichkeiten abzuwägen. Bei meiner Recherche habe ich mich schon online in die Tec de Monterrey verliebt, daher war ich sehr froh, als ich für das Programm akzeptiert wurde. Unsere Double-Degree-Zeit in Mexiko war nicht nur aufregend und abenteuerlich, sondern auch sehr fördernd für Kreativität, kulturelle Offenheit und lehrreich in vielen Bereichen.“

 

Fjolla und Artan Berisha,
Double Degree Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International

Unsere Partnerhochschule
Tecnologico de Monterrey, Campus Monterrey/Mexiko

Aufenthalt: Wintersemester 2019/2020 ,Sommersemester 2020 + Summer Term 2020

 

Warum haben Sie sich für das Double Degree-Programm beworben?

Artan: Ich wollte zu 100% ins Ausland, also begann ich im dritten Semester, die verschiedenen Möglichkeiten abzuwägen. Am meisten Wert hatte für mich eindeutig das Double-Degree Programm, daher war es keine Frage, dass ich mich darauf bewerben werde. Nach einer kleinen Recherche habe ich mich schon online in die Tec de Monterrey verliebt, daher war ich sehr froh, als ich für das Programm akzeptiert wurde.

Fjolla: Da unsere Welt sich immer weiter vernetzt, war es sehr wichtig für mich, einen Internationalen Studiengang zu wählen, der mir Einblicke in verschiedene Kulturen gewährt. Als ich sah, dass die Hochschule Pforzheim ein Double Degree Programm anbietet, hat das natürlich großes Interesse bei mir geweckt. Durch ein Auslandsjahr versprach ich mir nicht nur einen kulturellen Austausch und damit die Verbesserung meiner Fremdsprachenkenntnisse und Soft Skills, sondern auch eine Persönlichkeitsentwicklung.


Wie lief die Vorbereitung des Double Degree Programms und wie gut war die Unterstützung von Seiten der Hochschule Pforzheim?

Artan: Ich hatte während meines Praxissemesters einen Kommilitonen, der schon für das DDP dort war, dieser konnte mir schon von vielen Dingen erzählen. Von Seiten der Hochschule gab es ein Event, das sich hauptsächlich mit den Unterkünften beschäftigt hat, aber im Allgemeinen war es immer ein guter Eindruck, den die Studenten von Monterrey hatten, was mich sehr beruhigt hat.

Fjolla: Die Vorbereitungen des Double Degrees waren nicht zu unterschätzen, doch durch den Leitfaden, den die Hochschule Pforzheim zur Verfügung gestellt hat, konnte ich mir einen groben Überblick verschaffen. Außerdem stand uns Frau Susanne Stiegler bei Fragen oder Unklarheiten immer hilfreich zur Seite. Die ehemaligen Double Degree Studenten haben auch eine kleine Präsentation für uns gehalten, bei denen sie uns die Auswahl der verschiedenen Wohngegenden erklärt haben.


Beschreiben Sie Ihren ersten Tag in ein paar Worten.

Artan: Wir sind Ende Juli 2019 abends in Monterrey gelandet. Das Gepäck meiner Schwester ist leider nicht angekommen, daher waren wir von Anfang an etwas im Stress. Wir stiegen vom Flughafen aus direkt in ein Uber-Taxi und sind dann in Richtung unseres Airbnbs gefahren. Auf dem Heimweg erklärte sich unsere Fahrerin bereit, uns noch zu ihrem Lieblings-Taco-Laden zu fahren, da wir sehr hungrig waren.
Im Allgemeinen hatte ich noch sehr Angst auf den Straßen, da man natürlich viele negative Sachen hörte. Aber wir sind sicher angekommen und aßen dann Tacos, jedoch mit zu viel Chilisoße, was dazu führte, dass meine Augen tränten und mein Mund brannte. Ich erinnere mich dennoch sehr gerne zurück.

Fjolla: Das Double-Degree-Programm habe ich gemeinsam mit meinen Bruder Artan Berisha gestartet. Als wir von Havanna nach Monterrey geflogen sind, haben die Kubaner aus Gewichtsgründen einige Koffer der Passagiere in Havanna gelassen, um diese dann mit dem nächsten Flug zu transportieren. Leider war mein Koffer einer dieser, die entnommen wurden. Es war schon relativ spät am Abend als wir ankamen, und wir hatten Hunger, und besonders ich hatte schlechte Laune.
Mit dem WiFi am Airport haben wir dann einen Uber-Wagen bestellt, da ich in Nordamerika mit dieser App sehr gute Erfahrung gemacht hatte. Unsere Fahrerin war eine etwas ältere, sehr nette Dame, die uns eine kleine City Tour gab. Ich weiß noch, wie überwältigt ich war von der Größe Monterreys.
Da wir noch keinen längerfristigen Wohnsitz hatten, buchten wir zuvor ein Airbnb, welches nur übergangsweise unseren Aufenthaltsort sein sollte. Die Fahrerin merkte, dass wir hungrig waren und fuhr kurzerhand noch einen kleinen Umweg zu einem Taco Restaurant. Zum Schluss wartete Sie, bis wir die Wohnung sicher betreten hatten. Am Anfang hatte ich ehrlich gesagt noch Angst, ob uns etwas zustoßen könnte...

 


Wie haben Sie gewohnt (Im Studentenwohnheim auf dem Campus oder privat? Selbstorganisiert oder mit Unterstützung der Partnerhochschule?)

Schon einige Monate vor der Ankunft in Mexiko nahmen wir Kontakt mit einer Zuständigen aus dem Garza Sada (einem der Studentenwohnheime) auf, das uns von den Studenten aus dem Vorjahr empfohlen wurde. Die Wohnungen, die sie uns angeboten hat, waren relativ teuer, und sie setzte uns zeitlich unter Druck, daher entschieden wir uns, erstmal nach weiteren Angeboten zu suchen.

In Mexiko angekommen, wurden wir von der Tec zu Besichtigungstouren eingeladen, in denen sie verschiedene Wohnräume vorstellen. Einige davon waren schön, aber teuer (ca. 60 qm für 24000 Pesos monatlich, quasi eine zwei Zimmerwohnung) andere waren billig, aber unserer Meinung nach unsicher und etwas älter. Also suchten wir weiter… Diesen Prozess können wir dennoch empfehlen, da wir bei den Touren viele unserer Kommilitonen zum ersten Mal gesehen und so Freunde fürs Leben gefunden haben.

Zum Schluss sind wir auf eigene Faust los und haben uns einer Facebook-Gruppe angeschlossen, die verschiedene Wohnungen für interessierte Studenten in der Nähe der Tec anbot. Die Seite heißt “Mercado de libros Tec”, und es werden von A bis Z verschiedene Dinge/Wohnungen/Urlaubsangebote veröffentlicht. So sind wir auf Frau Gomez gestoßen, die uns mit ihrem Auto abgeholt hat und uns einige Wohnungen gezeigt hat. Wir entschieden uns für eine sehr schöne Wohnung im Gebäude Micropolis (max. 5 min. per Uber von der Tec entfernt). Man zahlt pro Person ca. 450 Euro Miete, aber die Wohnung in der wir waren, war voll ausgestattet mit Waschmaschine, Trockner, Möbeln, frischen Matratzen, Kissen, Decken und Küchengeräten, sowie Besteck, Tellern usw. Auch WiFi, Telefon und die Strom- und Wasserrechnung waren im Preis inbegriffen. Wir hatten ein hauseigenes Fitness-Studio, einen wunderschönen Pool sowie 4 verschiedengroße Räume, in denen man lernen, Meetings und Partys veranstalten konnte (natürlich muss man für die Bereitstellung eines Grills nochmals so 10 Euro Zahlen). Da Corona inmitten unseres Aufenthaltes ausbrach, mussten wir in der Wohnung mehr Zeit verbringen als erwartet. Wir waren wirklich sehr froh darüber, zu solchen Zeiten in einer modernen Wohnung gewohnt zu haben.

Auch die Sicherheit war mehr als gewährleistet mit einer Security, die am Haupteingang darauf achtet, wer rein und raus geht, die Aufzüge funktionieren mit Fingerabdruck, sodass mit Sicherheit keine unerwünschten Gäste eintreten können.


Gab es eine „Orientation Week“ für Internationals und wie war diese organisiert?

Ja, gab es. Während der ersten Woche musste man verschiedene Dinge nachweisen, wichtig hier ist die gültige Krankenversicherung, ohne welche man sich nicht einschreiben kann.

Wenn dieser Prozess erledigt ist und man schon etliche Informationen zum jeweiligen Stundenplan etc. bekommen hat, geht es direkt weiter mit der Rundführung auf dem Campus. Dieser ist sehr groß und wunderschön, von daher kann man sich mit Sicherheit nicht alles auf Anhieb merken. Glücklicherweise sind überall Schilder, und man bekommt auch Karten vom Campus. Zur Not kann man natürlich auch andere Studenten fragen, so haben wir zum Beispiel auch viele Freunde und Freundinnen kennengelernt.

Daraufhin gab es in dieser Woche auch Vorlesungen, in welchen man willkommen geheißen wurde und in der man an ein paar Dos and Don’ts an der Uni aber auch im Privatleben erinnert wurde. Uns wurde erklärt, was illegal ist und wo man sich als Student besser nicht aufhalten sollte. An viel mehr aus der Orientation Week können wir uns leider nicht erinnern, jedoch haben wir das meiste an Orientierung über Kommilitonen und Freunde bekommen.


Gab es ein Buddy Program (Vernetzung einheimischer Studierender mit den Austauschstudierenden)?

Das gibt es mit Sicherheit, wir haben jedoch nicht daran teilgenommen. Daher können wir auch nicht viel darüber sagen. Was wir jedoch versichern können, ist, dass die Lateinamerikaner und Internationals extrem gern neue Kontakte knüpfen. Wenn man sich da also nicht allzu blöd anstellt, fällt es sehr leicht, neue Menschen kennenzulernen.

Außerdem sind die meisten Vorlesungen so aufgebaut, dass Teams gebildet werden. Im Team von 3-5 Personen sollen dann die Projekte umgesetzt werden. Die Professoren bestehen darauf, dass die Gruppen gemischt sind, d.h. Mexikaner sowie Deutsche sollen lernen, miteinander zu arbeiten und kommunizieren. Die Tec bietet auch pro Student zwei kostenfreie Freizeitkurse an (sie bieten ein umfangreiches Spektrum an Aktivitäten an - man muss nur schnell genug sein, bevor die guten Kurse voll sind). Im Endeffekt wird sich immer eine Gelegenheit bieten, mit Einheimischen in Kontakt zu treten.

 

Können Sie angeben, wie hoch die finanziellen Ausgaben für Lebenshaltungskosten (im Vergleich zu Pforzheim) pro Monat oder pro Semester waren (Wohnen, Essen, Freizeitangebote etc.)?

Da wir eine eigene Wohnung hatten, die sehr gut ausgestattet war, haben wir im Vergleich zu Pforzheim einen sehr hohen Lebensstandard genossen. Die Kosten für die Wohnung lagen (immer vom Wechselkurs abhängig) bei etwa 900 Euro monatlich. Damit waren auch Strom, Wasserkosten und Internet abgedeckt. Das ist trotzdem relativ teuer - man könnte auf jeden Fall auch sehr viel günstigere Wohnräume ergattern.

Das Essen selbst war etwas günstiger, insbesondere in lokalen Restaurants. Da Monterrey eine der weit entwickelten Städte in Mexiko ist, sind die Preise in Supermärkten vergleichbar mit Deutschland. Die Märkte sind groß und gut ausgestattet, ein besonderes Highlight war für uns, dass die großen Supermärkte bis zu 24 Stunden an 7 Tagen die Woche geöffnet hatten. Das Sortiment ist dem mexikanischen Stil angepasst, d.h. Tortillas/Toastbrot gibt es massenweise, aber um ein Vollkornbrot zu finden, muss man schon lang suchen, um fündig zu werden. Auch manche Milchprodukte wie Magerquark sind etwas schwieriger zu bekommen (vor allem ungesüßte Milchprodukte).

Es ist kein Geheimnis, dass Dienste von Reinigungskräften, Haushältern, Lieferanten etc. um einiges günstiger sind als in Deutschland. Aus diesem Grund tendierten wir oft dazu, Dinge einfach über eine App zu bestellen. Meistens bestellten wir Mahlzeiten, wenn es aus Uni-Gründen stressiger wurde. Aber dauerhaft kann man sich Fastfood in dieser Menge nicht aussetzen. Als im Februar 2020 Corona immer mehr Wichtigkeit in Mexiko erlangt hat, beschlossen wir, uns den Wocheneinkauf liefern zu lassen. In dieser Hinsicht sind uns die Mexikaner weit voraus (damit meinen wir, dass es wirklich sehr bequem ist “online” Einkaufen zu gehen). Unsere Tipps: S-mart ist günstiger als Soriana, HEB und Walmart. Oxxo/ 7Eleven findet man an jeder Straßenecke. Diese bieten sich an, um Handyverträge aufrechtzuerhalten und für Kleinigkeiten, die man in einem Kiosk bekommt.

Wenn man kein Auslands-BAföG bekommt, wie es bei uns leider der Fall war, ist ein Jahr Mexiko alles andere als günstig. Obwohl wir beide uns einige Euros durch unsere Praxissemester angespart haben, brauchten wir dennoch große finanzielle Unterstützung durch unsere Eltern.


Haben Sie eine finanzielle Förderung erhalten (z. B. Erasmus oder Stipendium)?

Nein, wir haben uns auf ein Auslands-BAföG beworben, und der Prozess war sehr aufwendig. Zum Schluss haben wir leider keine finanzielle Unterstützung bekommen, aber zukünftigen DD Studenten raten wir, sich frühzeitig auf Stipendien zu bewerben. Die Vorteile brauchen wir nicht aufzuzählen. Ein paar der Kommilitonen hatten Stipendien, auch wenn deutsche Studenten im Vergleich viel weniger gefördert wurden als die aus Schweden, Dänemark etc.


Wie haben Sie sich in der neuen Kultur eingefunden, gab es irgendwelche „kulturellen Schocks“? Wie sind Sie damit zurechtgekommen?

Der kulturelle Schock war anfangs sehr stark, selbst für uns, obwohl wir schon sehr viel gereist sind. Ein großer Teil davon lag jedoch daran, dass wir uns unterbewusst immer Sorgen gemacht haben, weil man ja so oft hört, wie gefährlich Mexiko sein kann. Nach den ersten zwei Wochen haben wir jedoch nach und nach mehr Gefühl für die Kultur bekommen und Verhaltensweisen verstanden. Im Allgemeinen kann man sagen, dass Mexiko ein sehr gutherziges und “warmes” Volk hat, wir sind nie in irgendwelche Konflikte gekommen, und unsere mexikanischen Freundinnen und Freunde waren extrem hilfreich in allen Lebenslagen. Man kann sagen, dass Mexikaner etwas entspannter sind und mehr Wert auf das Zwischenmenschliche legen, manchmal rückt die Arbeit dadurch in den Hintergrund, was für Deutsche natürlich manchmal etwas ungewohnt ist. Natürlich könnte dies auch nur Glück gewesen sein, aber dort neue Kontakte zu knüpfen, war vermutlich neben dem Abschluss der Hauptgrund für die Reise gewesen.


Mit wem haben Sie Freundschaft geschlossen – nur mit anderen Internationals oder auch mit einheimischen Studierenden?

Wie schon erwähnt, waren dort so gut wie alle Studierenden darauf aus, neue Kontakte zu knüpfen. Anfangs auf den Touren für die Wohnungssuche haben wir natürlich fast ausschließlich Internationals kennengelernt, was uns sehr gefreut hat, da dort die Sprachbarriere quasi nicht existent war. Gemeinsam das Abenteuer von Mexiko zu erleben als “Outsider” mit Leuten, die dasselbe durchmachen, ist sehr aufregend und macht Spaß.

Über die Kurse lernten wir dann auch viele einheimische Studenten kennen, die uns dann viele Sachen gezeigt haben und uns die Kultur Mexikos nähergebracht haben. Wir hatten immer eine super Zeit mit Ihnen.


Haben Sie sich stets sicher gefühlt? War diese Sicherheit eine andere als zuhause?

Vor allem am Anfang fühlten wir uns extrem unsicher, wir haben uns häufig auf den Straßen umgedreht, man kann sagen, wir litten an Verfolgungswahn. Taschen trugen wir immer ganz nah am Körper. In der Tec selbst waren wir aber viel lockerer. Fjolla vergaß sogar einmal ihren Laptop in einem Klassenraum - dieser wurde einige Stunden später beim Fundbüro abgegeben! Mexiko hat nicht das beste Image, was schade ist, denn sehr viele Leute sind, obwohl Sie selbst nicht viel haben, demütig. Mit der Zeit fühlten wir uns immer wohler und sicherer. Trotzdem sind wir kein Risiko eingegangen, weil es dennoch Orte gibt, an die man nicht gehen sollte, vor allem, wenn die Kluft zwischen arm und reich so groß ist wie in Monterrey.

Schüsse hörten wir täglich, aber es ist schwer zu sagen, ob diese von Waffen oder Feuerwerkskörpern stammten. Einen Vorfall gab es vor dem Soriana Hyper, einem der Supermärkte, es kam zu einer Schießerei zwischen Gangs, jedoch sind keine Zivilisten verletzt worden. Allgemein kann man sagen, dass, solange man sich respektvoll verhält (d. h. nicht über sensible Themen unvorsichtig plaudert) und nicht gerade extrem viel Schmuck/teure Klamotten trägt, man nichts zu befürchten hat. Natürlich sollte man auch nicht in jede dunkle Gasse reinlaufen. Monterrey ist ein wenig wie Stuttgart aufgebaut - die Stadt ist von Bergen eingekesselt. Uns wurde immer gesagt, dass die Orte mit den bunten Häusern die gefährlichen seien. Da Banden mit den auffällig bunten Fassaden Touristen anlocken wollen, um diese zu überfallen. Ob das der Fall ist, ist eine andere Sache, zu den Häusern haben wir uns nie zu Fuß hingewagt.


Beschreiben Sie kurz den Campus und seine Einrichtungen (Bibliotheken, Vorlesungsräume, Mensa/Cafeterien, Sportmöglichkeiten, Freizeit etc.)

Der Campus ist wunderschön. Um überhaupt reinzukommen, braucht man einen Studentenausweis und überall außen stehen (sehr freundliche) Security Guards herum. Es könnte auch passieren, dass die Guards deine Tasche durchsuchen, aber bei uns ist das nie vorgekommen. Das, was den Campus so besonders macht, ist, dass Enten, Rehe und andere Tierarten frei herumlaufen. Das strahlt eine sehr friedliche Stimmung aus, mit viel Natur. Und wenn es mal schnell gehen muss, kann man auch die frei zur Verfügung stehenden Fahrräder benutzen.

Die Bibliothek ist in mehrere Stockwerke unterteilt, von welchen 5 für Studenten begehbar waren. Hier gab es alles, von Videospielen im obersten Stockwerk zu bunten Sofas und Sitzsäcken fast überall, die zur Entspannung dienten, sogar ein Starbucks ist im dritten Stock integriert. Die Bibliothek ist nicht nur ein absoluter Hingucker, sondern auch ein optimaler Lernort. Für Gruppenmeetings konnte man auch kleine Räume mieten, in welchen es dann durch die Isolierung sehr ruhig war und man sich konzentrieren konnte.

Computerräume gab es auch viele, aber auch Spots, an denen Laptops angeschlossen werden konnten, um in Einzelarbeit an Assignments arbeiten zu können. Als Student bekommt man an der Tec auch einen Zugriff zur Online Library mit sehr vielen wertvollen Informationsquellen. Es gab sogar extra eine hilfreiche Einführung in die richtige Verwendung der Online Bibliothek.

Die Vorlesungsräume waren ähnlich wie Klassenräume in deutschen Schulen mit dem Unterschied, dass es auch Räume gibt, in denen Tisch und Stuhl miteinander verbunden sind oder Gruppenarbeiten oder Aktionen wie Stuhlkreise erleichtert wurden. Und dann gibt es noch den sogenannten “Innovaction Gym”. Für unseren Studiengang gab es dort etliche Vorlesungen. Es ist ein riesiger Raum, der sich mit Glaswänden trennen lässt In der Mitte befindet sich eine große Leinwand, an der die “Hauptvorlesung” stattfindet. Im hinteren Bereich wurden für die Projekte auch 3D-Drucker, Lasercutter und vieles mehr unter Aufsicht zur Verfügung gestellt. Außerdem sind die Räumlichkeiten bunt möbliert mit Hängematten, Sitzsäcken, verschiebbaren Tafeln und auch TV-Screens, für die Verwendung in kleineren Meetings. Hier entsteht eine Zone, in der man sich wohlfühlt und produktiv/kreativ sein kann - unserer Meinung nach sehr gut umgesetzt.

Es gibt mehrere Mensen und Cafeterien, in denen man das günstige Studenten-Menü erwerben kann, aber auch viele kleine Restaurants wie Subway, Senor Latino, Foodbox oder Super Salads. Die Möglichkeiten sind völlig ausreichend. Wenn einem das Essen in der Tec dann doch zu teuer ist, kann man in den Restaurants nahe der Tec nach günstigen Studenten-Menüs Ausschau halten. Mexikanisches Essen liegt meistens schwer im Magen, ist geschmacksintensiv und fettig. Deswegen haben wir unser gesundes Frühstücksmüsli zuhause vorbereitet und mit zur Tec genommen und meistens erst mittags Essen gekauft.

Auch gibt es Sport- und Freizeitangebote der Tec. Man kann sich auch einfach so zum Sport machen verabreden, denn mit dem Studentenausweis kommt man problemlos zu den Fußball-/Basketball- und Tennisplätzen. Außerdem gibt es auch einen Tec Gym, aber dieser war meist überfüllt. Wir nutzen einfach unser privates Fitnessstudio.


Nennen Sie ein landestypisches Gericht/Getränk bzw. eine Tradition, die sie mit Ihrem Gastland verbinden.

Unser Lieblingsgericht waren mit Abstand die selbst gemachten Tacos von unserem Freund Adolfo Ivan Morales, er hatte den besten Grillkäse, den wir je gegessen haben (Empfehlung: Käse aus Oaxaca). Aber allgemein war mexikanisches Essen immer sehr, sehr lecker, in den meisten Fällen allerdings auf Kosten der Gesundheit, da hier sehr viel mit Fett und Zucker gekocht wird. Als Ausgleich kann man natürlich selbst kochen und Sport machen.

Das Getränk, an das Artan sofort denken musste, ist der Vodka Tamarindo, ein Vodka, der etwas scharf, aber gleichzeitig auch süßlich schmeckt. Zu Anfang war dieser Geschmack komplett neu für ihn, in Mexiko begegnet dieser einem aber immer wieder, da die Mexikaner es lieben, „scharf“ mit allem Möglichen zu kombinieren, beispielsweise auch in Süßigkeiten. Ein weiteres, sehr interessantes Getränk war das Tomaten-Bier. Für uns war das nichts, aber einige unserer Freunde haben es geliebt.


Wie haben Sie sich sprachlich im Alltag verständigt (beim Einkaufen, Reisen, auf dem Campus)?

Beim Einkaufen, im Uber, beim Reisen, im Restaurant etc. haben wir natürlich immer Spanisch gesprochen (oder es versucht), die Einheimischen haben uns meistens verstanden, auch wenn es grammatikalisch vermutlich gar keinen Sinn gemacht hat. Wichtig sind eine positive Ausstrahlung, Mimik und Gestik und auch der Ton der Stimme, der hat in Mexiko gefühlt fast so viel Bedeutung wie die Worte selbst. An der Universität haben wir fast ausschließlich englisch geredet, da es jeder beherrscht und alle unsere Kurse (abgesehen vom Spanisch-Kurs) auf Englisch waren.

Allerdings können wir jedem versichern, dass sich Mexikaner extrem freuen, wenn man es in ihrer Sprache versucht. Unser Freund Adolfo erklärte es uns als ein Zeichen des Respekts.

 

Inwiefern unterschieden sich die Betreuung durch Lehrende und deren Lehrmethoden an der Partnerhochschule von denen an der Hochschule Pforzheim?

Diese Frage ist wieder relativ schwer zu beantworten, da es sich von Professor zu Professor stark unterscheidet. Im Allgemeinen kann man sagen, dass in Mexiko viel mehr Wert auf Beteiligung gelegt wird, es ist wichtig für die Professoren, dass jeder mitmacht. Die Beziehungen außerhalb des Unterrichts waren fast schon freundschaftlich, es war keine Besonderheit, mit Deinem Professor zur Begrüßung “einzuchecken” oder einen Smalltalk zu führen. Manche der Professoren haben extrem großen Wert auf die Delivery gelegt, haben die Vorlesung in Geschichten verpackt, was es super interessant und verständlich machte.

Andere hingegen gaben sich nicht so viel Mühe.


Wie empfanden Sie das Niveau der besuchten Double Degree-Kurse, sowohl inhaltlich als auch sprachlich?

Das Niveau war bei den meisten Professoren sehr gut, sowohl inhaltlich als auch sprachlich.


Wie hoch war der Anteil an Gruppenarbeiten und an praxisbezogenen Projektarbeiten?

Es sind in etwa 80%, anfangs ist das sehr ungewohnt und ein extrem hoher Workload, allerdings bekommt man dadurch eine Routine und sieht, wie die Projekte täglich Fortschritte machen. Technisch gesehen, haben wir mehrere Ideen für Start-Ups komplett durchdacht, Prototypen erstellt und standen quasi kurz vor dem Markteintritt. Durch diese praxisbezogenen Projekte mit Interviews von echten Experten und Kunden gewinnt man ein sehr gutes Verständnis dafür, wie es wäre, ein eigenes Startup zu gründen. Für diese Erfahrungen sind wir sehr dankbar.


Wie verlief die Vorbereitung auf Prüfungen und wurde anders geprüft als an der Hochschule Pforzheim?

Wir hatten insgesamt sehr wenige Prüfungen, und allgemein hatten diese viel weniger Wert als in Deutschland. Man muss in Mexiko permanent an etwas arbeiten und wöchentlich Hausarbeiten abgeben. Diese werden geprüft und machen einen geringen Teil an deiner Gesamtnote aus. Falls du jedoch ein Assignment nicht abgeben solltest, bekommst du 0/100 punkten, 70/100 sind eine 4,0. Also könnt Ihr Euch vorstellen, wie stark man durch nicht erledigte Assignments heruntergezogen werden kann. Es muss aber auch gesagt werden, dass man meistens mehrere Chancen hatte, um Sachen auszubessern und vom Professor ganz genau gesagt bekommt, was für die 100 Punkte noch verbessert werden muss. Wenn man also sehr fleißig ist, fällt es in Mexiko leichter, die 1,0 zu erreichen.


Gab es etwas, das Sie an den Double Degree-Kursen verbessern würden?

In manchen Kursen musste man sich selbst Materialien kaufen, die nicht immer günstig waren. Schön wäre es natürlich, wenn solche Kosten übernommen werden würden, vor allem, weil im Voraus behauptet wird, dass alles kostenlos sei. Für die meisten, die dort studiert haben, waren das „Peanuts“, da die Kosten des Studiums selbst natürlich extrem hoch sind an der besten Universität Lateinamerikas.


Haben Sie die Landessprache gelernt (bspw. durch Sprachkurse)? Waren Sie Beginner oder hatten Sie Vorkenntnisse?

Artan: Ich hatte keine Vorkenntnisse und habe auch nur an dem Spanischkurs im ersten Semester teilgenommen. Schön wäre es, wenn man auch im weiteren Verlauf Spanischunterricht haben könnte, auch wenn das vermutlich zu sehr viel Stress führt, wenn man die ganzen restlichen Kurse belegt. Auf Beginner-Level kann ich jetzt kommunizieren, mir wurde oft gesagt, dass meine Aussprache sehr gut ist, aber es fehlt mir noch sehr viel Vokabular. Spanisch ist einfach zu sprechen, aber unglaublich schwer zu meistern, da man viele Wörter für Dutzende verschiedene Bedeutungen verwenden kann, abhängig vom Ton und dem Kontext.

Fjolla: Ich denke, durch das DD-Programm habe ich meine Spanischkenntnisse nochmal verfestigt. Während meiner Abiturzeit war Spanisch eine meiner gewählten Fremdsprachen. Mir fällt es nicht schwer, Konversation zu verstehen und mich dabei zu beteiligen. Allerdings habe ich Schwierigkeiten mit Vergangenheitsformen, an diesen arbeite ich auch nach der Zeit in Mexiko. Auch ich hätte mir gewünscht, dass es mehr Spanischkurse gegeben hätte.

Welche Ausflüge haben Sie unternommen, und was können Sie empfehlen?

In Monterrey kann man, wie der Name der Stadt schon sagt, wunderbar Berge besteigen. Es gibt viele verschiedene Berge, die alle einfach mal ausprobiert werden müssen. Zum Beispiel Cerro de la Silla, einer der größten Berge in der Nähe der Tec und ein absoluter Hingucker. Das Schöne daran ist, dass man eine unglaubliche Aussicht genießen kann. Chipon war ein eher kleiner Berg voller abenteuerlicher Wanderstrecken. Chipinque ist ein Berg, zu dem man sehr gut mit der Familie oder Freunden hingehen kann, da man gute Grillmöglichkeiten findet, und die wilden Tiere sind nicht so scheu, wie man das in Deutschland gewohnt ist. Die kommen und klauen einem die Snacks :).

Inlandsflüge an beliebte Orte wie Mexico City oder Cancun waren vergleichsweise kostengünstig. Doch unser persönlicher Favorit war Puerto Escondido (Strand in Oaxaca), ein friedlicher Urlaubsort mit schönen Stränden und wenig Tourismus.


Haben Sie an Ausflügen des International Service teilgenommen?

Es gab keine Angebote vom Internationalen Service, zumindest waren uns keine bekannt. Es gab aber private Organisationen, welche Studenten Party-Reisen geplant und angeboten haben. ISE und Integrate hießen die Organisationen.


Haben Sie ein Souvenir mitgebracht?

Außer Kleinigkeiten wie Chili-Soße oder Strand-Souvenirs aus Cancun haben wir nichts mitgebracht. Ein Sombrero hätte bestimmt nicht in unsere Koffer gepasst. Die Erinnerungen werden so oder so für immer bleiben.

Was hat das Auslandsjahr im Double Degree zu Ihrer persönlichen Entwicklung beigetragen?

Wie schon am Anfang angemerkt, haben wir uns durch das Auslandsjahr einen kulturellen Austausch und damit die Verbesserung unserer Fremdsprachenkenntnisse und Soft Skills angeeignet, aber auch allgemein eine Persönlichkeitsentwicklung durchgemacht.

Man gewinnt auf Reisen mehr und mehr Vertrauen in sich selbst, und es ist einfacher, die eigenen Interessen auszuleben und sich selbst zu erforschen, wenn man auf sich allein gestellt ist.


Haben sich Ihre Erwartungen an die Double-Degree-Zeit erfüllt?

Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Das Double Degree empfehlen wir jedem Studenten, der neugierig ist, neue Kontakte und Kulturen kennenzulernen und ehrgeizig ist, jeden Tag sein Bestes zu geben. In Mexiko werden Assignments fast jeden Tag verlangt, was zur Folge hat, dass man auch nach der Vorlesung ständig am Arbeiten ist. Zwar ist es sehr anspruchsvoll und manchmal auch anstrengend, all diese Erwartungen zu erfüllen, aber umso stolzer ist man dann auf das, was man in dieser Zeit auf die Beine gestellt hat.


Welchen Tipp würden Sie anderen Pforzheimer Studierenden auf den Weg mitgeben, die an „Ihrer“ Partnerhochschule studieren werden?

Nutzt das DD-Programm aus, und verbringt so viel Zeit wie möglich mit den Mexikanern. Wir sind uns sicher, dass so nicht nur euer kulturelles und sprachliches Verständnis wächst, man schafft dadurch auch unvergessliche Erinnerungen fürs Leben. Außerdem baut ihr Kontakte auf, die euch womöglich im späteren Berufsleben sehr entgegen kommen könnten.

 


Würden Sie sich noch einmal für das Double Degree entscheiden?

Ja, ohne zu zögern würden wir das Ganze gerne nochmal erleben wollen, auch wenn es zu Pandemie-Zeiten etwas anstrengender wurde mit den richtigen Freunden. Ihr werdet tolle Erinnerungen sammeln - wir waren beispielsweise Campen, es war fantastisch!


Meine beiden Double-Degree-Auslandssemester in einem Satz

Unser Double-Degree-Auslandssemester war nicht nur aufregend und abenteuerlich, sondern auch sehr fördernd für Kreativität, kulturelle Offenheit und lehrreich in vielen Bereichen.


Sebastian Peters, Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International/Double Degree

Sebastian Peters, Double Degree Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International

 „Mir gefiel die Idee, in vergleichbarer Zeit, die ich für ein Studium nur in Deutschland gebraucht hätte, gleich zwei Abschlüsse, den deutschen und den mexikanischen, zu absolvieren! Mexiko ist ein unglaublich facettenreiches Land und die Tec de Monterrey eine sehr gute Universität mit genauso guten Lehrveranstaltungen, wie ich sie aus Pforzheim gewohnt war. Meine Erwartungen an das Double Degree wurden sogar übertroffen, sowohl für meine persönliche Entwicklung als auch für meine Karriere.“

 

Sebastian Peters,
Double Degree Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International

Meine Partnerhochschule
Tecnologico de Monterrey, Campus Monterrey/Mexiko

Aufenthalt: Wintersemester 2017/2018 und Sommersemester 2018

 

Warum haben Sie sich für das Double Degree-Programm beworben?

Ich empfand die Idee eines zweiten Abschlusses in der gleichen Zeit, in welcher ich in Deutschland nur einen erreicht hätte, als sehr ansprechend.


Wie lief die Vorbereitung des Double Degree Programms und wie gut war die Unterstützung von Seiten der Hochschule Pforzheim?

Da ich Teil des ersten Jahrgangs des DD war, gab es natürlich noch viele offene Fragen, aber die Verantwortlichen haben Ihr Bestmögliches getan, um die Vorbereitung möglichst gut zu gestalten.


Beschreiben Sie Ihren ersten Tag in ein paar Worten.

Die ersten Tage waren sehr interessant, viele neue Eindrücke, und der Kontakt zu vielen neuen Leuten hat die Zeit extrem schnell vergehen lassen, bevor man es merkte, waren die ersten Wochen auch schon wieder vorbei.


Wie haben Sie gewohnt (Im Studentenwohnheim auf dem Campus oder privat? Selbstorganisiert oder mit Unterstützung der Partnerhochschule?)

In einem privaten Studentenwohnheim, organisiert habe ich das ganze selbst über eine mexikanische Vermietungsgesellschaft. Dies würde ich auch jedem empfehlen, da in solch einem Wohnheim viele Internationals, aber auch mexikanische Studenten, wohnen und eine tolle Gemeinschaft entsteht.


Gab es eine „Orientation Week“ für Internationals und wie war diese organisiert?

Es gab eine kurze Orientation period speziell für Internationals und danach noch die Introduction week für alle neuen Studenten der Tec, eine tolle Erfahrung und großartige Zeit zum Kennenlernen von anderen Studenten der unterschiedlichsten Fachrichtungen.


Gab es ein Buddy Program (Vernetzung einheimischer Studierender mit den Austauschstudierenden)?

Nicht dediziert von der Tec, aber durch gemischte Vorlesungen und den Campus Sport war dies auch nicht nötig.

Es gibt jedoch Buddy Programme der Studenten-Initiativen.

 

Können Sie angeben, wie hoch die finanziellen Ausgaben für Lebenshaltungskosten (im Vergleich zu Pforzheim) pro Monat oder pro Semester waren (Wohnen, Essen, Freizeitangebote etc.)?

Vergleichbar mit Pforzheim.


Haben Sie eine finanzielle Förderung erhalten (z. B. Erasmus oder Stipendium)?

ja

 

Wie haben Sie sich in der neuen Kultur eingefunden, gab es irgendwelche „kulturellen Schocks“? Wie sind Sie damit zurechtgekommen?

Die mexikanische Kultur ist deutlich „entspannter“ als die deutsche, dies führte z. T. zu kleineren Missverständnissen und auch einer Phase des „kulturellen Schocks“, jedoch hat es auch meinen eigenen Horizont stark erweitert und mir persönlich viel mitgegeben.


Mit wem haben Sie Freundschaft geschlossen – nur mit anderen Internationals oder auch mit einheimischen Studierenden?

Sowohl als auch, man muss sich nur darauf einlassen und nicht nur mit den bereits bekannten Kommilitonen verkehren.


Haben Sie sich stets sicher gefühlt? War diese Sicherheit eine andere als zuhause?

Ja, aber man hat auch mehr Vorsicht walten lassen als man es aus Deutschland kennt.


Beschreiben Sie kurz den Campus und seine Einrichtungen (Bibliotheken, Vorlesungsräume, Mensa/Cafeterien, Sportmöglichkeiten, Freizeit etc.)

Der von Pforzheim weit überlegen: moderne technische Ausstattung für eigene Projekte zur freien Verfügung (Prototypenbau etc.), tolle Sportmöglichkeiten (Schwimmhalle, Sportplätze, Fitnessstudio) inkl. Campus-interner Ligen für Basketball und Fußball, tolle Essensmöglichkeiten inkl. Cafés und Food-Trucks, moderne Bibliothek.


Nennen Sie ein landestypisches Gericht/Getränk bzw. eine Tradition, die sie mit Ihrem Gastland verbinden.

Tacos.


Wie haben Sie sich sprachlich im Alltag verständigt (beim Einkaufen, Reisen, auf dem Campus)?

Mit Basic-Spanisch und Englisch, Mexikaner*innen sind sehr hilfsbereit.

 

Inwiefern unterschieden sich die Betreuung durch Lehrende und deren Lehrmethoden an der Partnerhochschule von denen an der Hochschule Pforzheim?

Auch an der Tec sind es meist eher kleinere Vorlesungen mit um die 20 Studenten, sodass die Betreuung mit der in Pforzheim vergleichbar ist.


Wie empfanden Sie das Niveau der besuchten Double Degree-Kurse, sowohl inhaltlich als auch sprachlich?

Stark abhängig vom Kurs, manche sehr einfach, andere deutlich schwerer als in Pforzheim.


Wie hoch war der Anteil an Gruppenarbeiten und an praxisbezogenen Projektarbeiten?

Sehr hoch, in nahezu jedem Fach gab es diese.


Wie verlief die Vorbereitung auf Prüfungen und wurde anders geprüft als an der Hochschule Pforzheim?

Viele mündliche Prüfungen basierend auf Projekt Präsentationen inkl. Reports, jedoch auch einige schriftliche Prüfungen. Im Gegensatz zu Pforzheim gibt es in Mexiko Mid-Terms.


Gab es etwas, das Sie an den Double Degree-Kursen verbessern würden?

noch höhere Durchmischung von Einheimischen und Internationalen Studenten


Haben Sie die Landessprache gelernt (bspw. durch Sprachkurse)? Waren Sie Beginner oder hatten Sie Vorkenntnisse?

Ich hatte keine Vorkenntnisse, habe Spanisch durch einen Kurs und die Interaktion mit anderen gelernt.

Welche Ausflüge haben Sie unternommen, und was können Sie empfehlen?

Einmal komplett durch Mexiko gereist von Nord nach Süd, dies würde ich jedem empfehlen, da Mexiko extrem facettenreich ist.


Haben Sie an Ausflügen des International Service teilgenommen?

Nur die Stadtrundtour, sonst über Studenten Organisationen und selbstgeplant mit Freunden.


Haben Sie ein Souvenir mitgebracht?

Zu viele, um diese hier aufzulisten.

Was hat das Auslandsjahr im Double Degree zu Ihrer persönlichen Entwicklung beigetragen?

Das Leben in einer anderen Kultur hat stark dazu beigetragen, neue/unbekannte Situation besser meistern zu können.


Haben sich Ihre Erwartungen an die Double-Degree-Zeit erfüllt?

Meine Erwartungen wurden übertroffen.


Welchen Tipp würden Sie anderen Pforzheimer Studierenden auf den Weg mitgeben, die an „Ihrer“ Partnerhochschule studieren werden?

Immer offen bleiben und sich von den gewohnten Freunden auch mal entfernen, um die Kultur wirklich kennen zu lernen. „Raus aus der eigenen Bubble“!

 


Würden Sie sich noch einmal für das Double Degree entscheiden?

Jederzeit.


Meine beiden Double-Degree-Auslandssemester in einem Satz

Die beste Entscheidung, die man als Student der HS Pforzheim treffen kann, sowohl aus persönlicher Sicht als auch mit Blick auf die eigene Karriere!


Florian Stich, Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International/Double Degree

Florian Stich, Double Degree Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International

„Der Campus der Tec de Monterrey ist der mit Abstand beeindruckendste Campus, den ich je gesehen habe: Es gibt diverse Sportmöglichkeiten, die Architektur der Bibliothek ist weltweit einzigartig, und auch zahlreiche weitere Einrichtungen bieten Raum für Kreativität und Entfaltung. Mein Tipp: Seid offen für die Lebensweise und Arbeitsmethoden der Mexikaner, haltet Euch an die Regeln und respektiert jeden Menschen! So könnt Ihr in Kultur und Sprache eintauchen.“

 

Florian Stich,
Double Degree Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen International

Meine Partnerhochschule
Tecnologico de Monterrey, Campus Monterrey/Mexiko

Aufenthalt: Wintersemester 2019/2020 und Sommersemester 2020

 

Warum haben Sie sich für das Double Degree-Programm beworben?

Weil es mir die einmalige Möglichkeit gegeben hat, in einem sehr besonderen Land wie Mexiko zu studieren, die Möglichkeit zu haben, eine neue Kultur kennenzulernen und Spanisch zu lernen. Darüber hinaus ist der zusätzliche Abschluss in „Innovation Development Engineering“ sehr vorteilhaft für meine Karriere.


Wie lief die Vorbereitung des Double Degree Programms und wie gut war die Unterstützung von Seiten der Hochschule Pforzheim?

Die Vorbereitung für das Double Degree selbst lief reibungslos. Bezüglich Wohnungssuche, Visa etc. muss man sich selbst Ratschläge von DDlern aus dem höheren Semester holen oder Studentenorganisationen direkt vor Ort kontaktieren.


Beschreiben Sie Ihren ersten Tag in ein paar Worten.

Der erste Tag unseres Studiums war sehr interessant, da man zusammen mit allen anderen internationalen Studenten in den Einführungsvorlesungen war, welche (vor allem organisatorisch) sehr informativ waren.


Wie haben Sie gewohnt (Im Studentenwohnheim auf dem Campus oder privat? Selbstorganisiert oder mit Unterstützung der Partnerhochschule?)

Ich habe zuerst in Garza Sada 1982 gelebt, ein Studentenwohnheim nahe der Tec. Die Tec unterstützt internationale Studenten kaum bei der Apartmentsuche, dies können wie bereits erwähnt Studentenorganisationen übernehmen. (Garza Sada 1982 kann ich übrigens persönlich unter keinen Umständen weiterempfehlen.)


Gab es eine „Orientation Week“ für Internationals und wie war diese organisiert?

Soweit ich mich richtig erinnere, gab es eine Einführungswoche, in der meist organisatorische Dinge erledigt wurden und Einführungsveranstaltungen von den Professoren gehalten wurden.


Gab es ein Buddy Program (Vernetzung einheimischer Studierender mit den Austauschstudierenden)?

Ich selbst habe nichts von einem Buddy Program gehört (kann aber gut sein, dass es dieses gibt), generell hat man sich jedoch unheimlich schnell automatisch mit den mexikanischen Studierenden vernetzt.

 

Können Sie angeben, wie hoch die finanziellen Ausgaben für Lebenshaltungskosten (im Vergleich zu Pforzheim) pro Monat oder pro Semester waren (Wohnen, Essen, Freizeitangebote etc.)?

Wohnen: hängt ganz davon ab, ob man in einem überteuerten Wohnheim wie Garza Sada 1982 wohnt (ca. 400€/Monat) oder durch die Hilfe von mexikanischen Freunden ein günstigeres privates Apartment/WG findet (ca. 250€ ist realistisch)

Essen: Im Supermarkt und in Restaurants ist gefühlsmäßig alles ungefähr genau so teuer wie in Pforzheim.

Freizeitangebote: Reisen mit Studentenorganisationen sind nicht sehr günstig, wenn man jedoch beachtet, dass diese alles für einen organisieren und man sich in einem tollen Umfeld von Studenten aus der ganzen Welt befindet, sind die Preise einigermaßen gerechtfertigt. Reisen kann man innerhalb von Mexiko relativ günstig, und die Reiseorte sind absolut einzigartig.


Haben Sie eine finanzielle Förderung erhalten (z. B. Erasmus oder Stipendium)?

nein

 

Wie haben Sie sich in der neuen Kultur eingefunden, gab es irgendwelche „kulturellen Schocks“? Wie sind Sie damit zurechtgekommen?

Ich habe keinen kulturellen Schock erlebt und mich sehr gut in die mexikanische Kultur eingefunden. Lediglich Kleinigkeiten im Alltag, die hier anders sind als in Deutschland, können etwas „nervig“ sein, und man muss sich daran gewöhnen.


Mit wem haben Sie Freundschaft geschlossen – nur mit anderen Internationals oder auch mit einheimischen Studierenden?

Wir waren ständig im Umfeld von ISE (eine Studentenorganisation), wo man sowohl andere Internationals als auch Einheimische kennenlernte.


Haben Sie sich stets sicher gefühlt? War diese Sicherheit eine andere als zuhause?

Dies ist eine sehr schwere Frage und umso schwerer, dies in einem Fragebogen zu beantworten.

Generell ist es in Monterrey nicht sehr unsicher, so lange man sich an die Regeln hält!

Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass es naiv ist, zu denken, Monterrey sei eine sichere Stadt. Dies mögen vielleicht einige Internationals behaupten, wenn man sich jedoch intensiv mit Mexikanern über dieses Thema unterhält und selber längere Zeit (1,5 Jahre) dort lebt, weiß man, welche Dinge hier passieren können.


Beschreiben Sie kurz den Campus und seine Einrichtungen (Bibliotheken, Vorlesungsräume, Mensa/Cafeterien, Sportmöglichkeiten, Freizeit etc.)

Der Campus der Tec ist der mit Abstand beeindruckendste Campus, den ich jemals gesehen habe: Es gibt jegliche Sportmöglichkeiten, die Bibliothek wurde meines Wissens nach sogar zu einer der 10 besten weltweit gekürt, die Räumlichkeiten sind exzellent, um zu lernen, und es gibt Gebäude (wie z.B. Innovation Gym), in denen man die Möglichkeit hat, viel technische Ausstattung zu benutzen (3D-Drucker, Laser-Cutter etc.)


Nennen Sie ein landestypisches Gericht/Getränk bzw. eine Tradition, die sie mit Ihrem Gastland verbinden.

Tacos de Trompo!


Wie haben Sie sich sprachlich im Alltag verständigt (beim Einkaufen, Reisen, auf dem Campus)?

Am Anfang viel mit Google-Translate, bis man die Sprache dann erlernt hat.

 

Inwiefern unterschieden sich die Betreuung durch Lehrende und deren Lehrmethoden an der Partnerhochschule von denen an der Hochschule Pforzheim?

  • sehr persönlicher Umgang mit den Studierenden
  • keine klassischen Vorlesungen, wo am Ende nur eine Klausur geschrieben wird
  • viel zielt drauf ab, sich mit einer eigenen Idee selbständig zu machen

Wie empfanden Sie das Niveau der besuchten Double Degree-Kurse, sowohl inhaltlich als auch sprachlich?

Man hat unheimlich viel zu tun und muss ständig Projektarbeiten/Assignments abgeben und Klausuren schreiben. Somit gibt es nicht wie in Pforzheim eine einzige Klausurenphase, worauf man lernt, sondern man muss ständig am Ball bleiben.


Wie hoch war der Anteil an Gruppenarbeiten und an praxisbezogenen Projektarbeiten?

Sehr hoch, schätzungsweise 85-90%.


Wie verlief die Vorbereitung auf Prüfungen und wurde anders geprüft als an der Hochschule Pforzheim?

s.o.


Gab es etwas, das Sie an den Double Degree-Kursen verbessern würden?

Teils sollte die Bewertung mehr faktenbasiert als nach persönlichem Empfinden des Lehrenden stattfinden.


Haben Sie die Landessprache gelernt (bspw. durch Sprachkurse)? Waren Sie Beginner oder hatten Sie Vorkenntnisse?

Ich war absoluter Beginner und hatte bereits nach 4-5 Monaten sehr gute Grundkenntnisse, mit denen ich seitdem im Alltag viel üben konnte, wodurch ich nun fließend bin.

Welche Ausflüge haben Sie unternommen, und was können Sie empfehlen?

Yucatan, Quintana Roo (Tulum, Bacalar), Guanajuato, San Miguel de Allende


Haben Sie an Ausflügen des International Service teilgenommen?

nein


Haben Sie ein Souvenir mitgebracht?

Nicht wirklich, nur Tequila und Salsas, als ich meine Familie in Deutschland besuchte.

Was hat das Auslandsjahr im Double Degree zu Ihrer persönlichen Entwicklung beigetragen?

Es hat mir in unheimlichen viele Bereichen weitergeholfen, um nur ein paar zu nennen:

  • offener zu sein
  • Projekte schneller anzugehen, ohne viel darüber nachzudenken oder zu zögern
  • Spanisch zu lernen
  • Kommunikation in mehreren Fremdsprachen (Englisch und Spanisch)

Haben sich Ihre Erwartungen an die Double-Degree-Zeit erfüllt?

Für mich sogar mehr als das!


Welchen Tipp würden Sie anderen Pforzheimer Studierenden auf den Weg mitgeben, die an „Ihrer“ Partnerhochschule studieren werden?

Offen zu sein für die Arbeitsmethoden der Mexikaner, nicht den Fehler zu machen, sich nur unter anderen Deutschen oder anderen Internationals aufzuhalten, sich an die Regeln zu halten und jeden Menschen zu respektieren!

 


Würden Sie sich noch einmal für das Double Degree entscheiden?

Definitiv.


Meine beiden Double-Degree-Auslandssemester in einem Satz

Das Double Degree war eine einzigartige Möglichkeit, eine neue Kultur und Sprache kennenzulernen und dabei mich selbst in vielen Bereichen weiterzuentwickeln, um aus meiner Karriere das Maximum herauszuholen!

Unsere Partnerhochschule für das
Double Degree-Programm

Tecnológico de Monterrey
Monterrey/Mexico

The city of Monterrey is located in the northeast of Mexico and forms the heart of an economically strong metropolitan region. With its high quality of life, it is considered one of the most attractive university cities in Mexico.

Tecnológico de Monterrey was founded more than 75 years ago. This long tradition we combine successfully with modernity! We continuously update our academic offer so that it is able to respond to social, economic, work-related, scientific, and technological changes. If you study here, you can be part of a vibrant student community that lives in harmony and supports an inclusive environment to people of different ideologies and interests. At Tecnológico de Monterrey you will develop your professional and human potential through the high academic level, resources, and programs of excellence we offer. Currently more than 14,000 students entrust us at our Monterrey campus with their academic education.

A fundamental part of internationalization takes place on our campus, thanks to the presence of students from every corner of the world. The multicultural environment, which contributes enormous value to the global vision of the Tec de Monterrey community, is the result of the presence of students from more than 70 countries who take classes at the institution’s diverse campuses.

Experience
Excellence

Our new educational model, exclusive worldwide, has woken up international and national academical interest. It activates and boosts your innovation capacity and allows you not only to stay current but also to be an agent of change in unprecedented times in which education is experimenting a complete transformation.

Tecnológico de Monterrey seeks to integrate a new generation of students that are distinguished by being: talented, enthusiastic people, committed to the development of their environment, and to the welfare of society. Our admission processes seek to know who you are, what you are passionate about, and how you can contribute to our student community. So – do not hesitate and apply for an unforgettable semester abroad at Tecnológico de Monterrey!