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Maschinenbau-Studierende planen fiktiven Produktions-standort

Online-Vorlesungen sowie praktische Lehreinheiten, wie den (Gruppen-)Arbeiten in Werkstätten und Laboren haben sich an der Hochschule Pforzheim längst als Standard etabliert. So fügt sich die Abschlusspräsentation des Seminars „Produktionstechnik“ des Bachelorstudiengangs Maschinenbau/Produktionstechnik und -management nahtlos in das digitale Sommersemester 2020 ein. Im virtuellen Raum trafen sich am 29. Juni 2020 das sechste Semester, um zum Thema „Taschenlampe XLIGHT I“ ihr ingenieurmäßiges Denken und Arbeiten unter Beweis zu stellen.

Aber was verbirgt sich nun hinter der Aufgabe? Die fiktive Firma „XLight GmbH“ erhielt den Auftrag die komplette Planung eines Produktionsstandortes für die Taschenlampe „XLIGHT I“, die zukünftig zur Pflichtausstattung bei Neuwagen gehören soll, zu erstellen. Für die Studierende bedeutete dies, dass sie neben dem Fabriklayout, das Produktions- und Montagekonzept und auch das Qualitätssicherungskonzept für die Serienfertigung dieser Taschenlampe in verschieden Stückzahlen erarbeiten mussten. Dazu kam die Arbeitsplanung für ausgewählte Stücklistenteile sowie die Bemusterung und Unterlagen für die Kunden.

Neben der Projektleitung, die die gesamten Arbeitsprozesse im Blick hielt, waren weitere Arbeitsgruppen mit der Entwicklung, Arbeitsvorbereitung, Fabrikplanung und dem Qualitätsmanagement beschäftigt. In den letzten Monaten waren wöchentliche virtuelle Teammeetings auf der Agenda, in denen jedes Team sein Vorankommen vor dem Steuerkreis präsentierten musste, ganz wie im richtigen Arbeitsleben. „Die Herausforderung im Produktionsseminar bestand neben dem Verknüpfen bisher erlernter Studieninhalte darin, sich innerhalb kürzester Zeit in komplexe, komplett neue Aufgabenstellungen einzuarbeiten. Somit hat es in optimaler Weise diese, einen guten Ingenieur auszeichnende, Fähigkeit vermittelt. Ich bedanke mich deshalb sowohl bei unseren Betreuern als auch bei allen Teammitgliedern, denn das Engagement ging weit über die im Vorlesungsplan vorgesehene Zeit hinaus und hat diese tolle Zusammenarbeit erst ermöglicht“. resümiert Maximilian Vogt zuständig für die Projektleitung.

Unter der Leitung von Dipl.-Ing. (FH) Thomas Neumann, PREFAG Carl Rivoir GmbH & Co. KG, Walzbachtal (Wössingen), Prof. Dr.-Ing. Reiner Bührer und den Laboringenieuren Dietmar Eckhardt und Daniel Dittler erarbeiteten die Studierenden unter realistischen Bedingungen ein Produktionskonzept, das tatsächlich umgesetzt werden könnte. “Wir wollen unsere Studierende so nah wie möglich an den praktischen Alltag eines Ingenieurs heranführen und ihn lebendig werden lassen. In diesem Projekt erfahren die Studierenden wie komplex die Verzahnung von Technik, Planung und Organisation ist“, resümiert Prof. Reiner Bührer.

„Die Studierenden haben sich durch ihre fachlichen und vor allem praktischen Kenntnisse hervorgetan und überzeugt. Sie setzten das Thema interdisziplinär um und waren in der Lage, Kundenanforderungen zu verstehen und umzusetzen“, zeigte sich Dipl.-Ing. (FH) Thomas Neumann als externer Berater begeistert.

Hintergrund:
Das Seminar, das über ein Semester läuft, hat das Ziel, mit den zukünftigen Ingenieur*innen bereits an der Hochschule anhand einer anspruchsvollen, praxisnahen Aufgabenstellung die klassischen Tätigkeiten eines Produktionsingenieurs, wie z.B. die Produktions- und Montageplanung sowie das Qualitätsmanagement durch sehr anspruchsvolle industrienahe Aufgabenstellungen den späteren Alltag zu proben.

Dabei müssen die Studierenden das bisher im Studium erlernte Wissen selbstständig zur Anwendung bringen. In mehreren Kleingruppen wird ein gemeinsames Thema mit zahlreichen Schnittstellen im Team erarbeitet. Betreut werden die Studierenden einerseits auf hohem abstraktem Niveau und anderseits praxisnah angeleitet. Dies fördert die Selbstständigkeit, die Kreativität sowie die soziale und fachliche Kompetenz.